{"id":424,"date":"2014-03-20T23:25:51","date_gmt":"2014-03-20T23:25:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oliopiceno.de\/?p=424"},"modified":"2014-04-03T15:09:11","modified_gmt":"2014-04-03T15:09:11","slug":"hoellenlaerm-und-kein-live-olivenoel-aber-wir-haben-welches","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.oliopiceno.de\/?p=424","title":{"rendered":"H\u00f6llenl\u00e4rm &#8211; und kein Live-Oliven\u00f6l. Aber wir haben welches!"},"content":{"rendered":"<p>Es h\u00f6rte sich so sch\u00f6n an: Eine <strong>mobile Oliven\u00f6lpresse<\/strong> kann in Deutschland frisches Oliven\u00f6l pressen, und das mit <strong>eingefrorenen Oliven<\/strong>. Geht das tats\u00e4chlich? Nein, wir m\u00fcssen alle weiterhin nach Italien reisen, um dieses Erlebnis zu genie\u00dfen! Tats\u00e4chlich planen das nun einige der Teilnehmer unseres ersten <strong>Oliven\u00f6l-Workshops<\/strong> am 15. M\u00e4rz im <a title=\"Golfclub M\u00fcnchen Eichenried\" href=\"http:\/\/www.gc-eichenried.de\" target=\"_blank\">Golfclub M\u00fcnchen Eichenried<\/a>. Sie trugen es mit Fassung, dass die einen H\u00f6llenl\u00e4rm machende Presse in k\u00fchlen bayerischen Gefilden einfach nicht das machen wollte, was sie sollte: Oliven\u00f6l ausspucken. Immerhin sah man den <strong>Knetvorgang des Olivenbreis<\/strong> in extenso &#8211; und erfuhr von Bio-Olivenbauer <strong>Tiziano Aleandri<\/strong> viel Wissenswertes \u00fcber Oliven\u00f6l extra vergine.<\/p>\n<figure id=\"attachment_425\" aria-describedby=\"caption-attachment-425\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.oliopiceno.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/TizianoBenedettoFrantoio.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-425\" alt=\"Tiziano, links, und Benedetto an der mobilen Olivenpresse\" src=\"http:\/\/www.oliopiceno.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/TizianoBenedettoFrantoio-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/www.oliopiceno.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/TizianoBenedettoFrantoio-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.oliopiceno.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/TizianoBenedettoFrantoio-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/www.oliopiceno.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/TizianoBenedettoFrantoio.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-425\" class=\"wp-caption-text\">Tiziano, links, und Benedetto an der mobilen Olivenpresse<\/figcaption><\/figure>\n<p>V\u00f6llig neu f\u00fcr die Teilnehmer war die Tatsache, wie viel Pflege so ein Olivenbaum ben\u00f6tigt &#8211; und wie die Arbeit eines ganzen Jahres innerhalb einer halben Stunde bei falscher Behandlung in der <strong>Olivenm\u00fchle<\/strong> zunichte gemacht werden kann. Dies geschieht vor allem bei zu hoher Temperatur, denn Hitze \u00fcber 27 Grad zerst\u00f6rt die Fruchtnoten, die wichtigen <strong>Polyphenole <\/strong>und<strong> Antioxidantien<\/strong>. Sorgf\u00e4ltig hergestelltes Oliven\u00f6l, das den Zusatz <strong>&#8222;extra vergine&#8220; <\/strong>oder<strong> &#8222;nativ extra&#8220;<\/strong> wirklich verdient, wird <strong>kalt extrahiert<\/strong>, wobei &#8222;kalt&#8220; tats\u00e4chlich &#8222;unter 27 Grad&#8220; bedeutet. Der Fehler, den geschulte Verkoster gleich riechen und schmecken hei\u00dft &#8222;<em>riscaldo<\/em>&#8222;, \u00fcbersetzt Erhitzung.<\/p>\n<p>Auch wir testeten mit unseren Workshop-Teilnehmern in einem <strong>Blindtest<\/strong> vier verschiedene Oliven\u00f6le. Eines hatte Tiziano ganz normal im Rewe-Supermarkt von Moosinning gekauft, eines hatte er vom Schwiegervater seines ihn begleitenden Freundes Benedetto mitgebracht, zwei waren von ihm selbst &#8211; und zwar &#8222;<em>monovariet\u00e0<\/em>&#8222;, also<strong> sortenreine <\/strong>\u00d6le, von den sp\u00e4t, d. h. Mitte bis Ende November geernteten Olivensorten\u00a0<strong>Piantone di Mogliano <\/strong>und<strong>\u00a0<\/strong><strong>Coroncina<\/strong>. Wir hatten vier durchnummerierte, nur zu einem Drittel gef\u00fcllte kleine <strong>Plastikgl\u00e4ser<\/strong> vor uns und erw\u00e4rmten sie in unseren H\u00e4nden, wobei wir mit einer Hand das Probierglas zudeckten. Dann, nur wenige Sekunden, l\u00fcfteten wir die Deckel-Hand und schnupperten: Was uns da entgegen schlug, war im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend. Nummer 1: roch f\u00fcrchterlich, \u00f6lig, nichtssagend &#8211; durchgefallen (Supermarkt); Nummer 2: roch streng, fast muffig, irgendwie stichig &#8211; durchgefallen (der Schwiegervater geht noch in die <strong>alte Steinm\u00fchle<\/strong>, bei der das Oliven\u00f6l <strong>viel zu viel Kontakt mit seinem Feind, der Luft<\/strong>, hat); Nummer 3: wow, was f\u00fcr fruchtige Noten, endlich, <strong>Oliven-Geruch<\/strong>!; Nummer 4: ebenso. Klar: 3 und 4 waren Tizianos Bio-Oliven\u00f6le.<\/p>\n<p>Nummer 1 und 2 lie\u00dfen wir gar nicht in unsere Gaumen &#8211; ungenie\u00dfbar, sie d\u00fcrften eigentlich auf keinen Fall als extra vergine verkauft werden. Leider ist die g\u00e4ngige Praxis eine andere. Sie erf\u00fcllen von den chemischen Analysen her meist sogar alle vom <a title=\"Internationales Zentrum f\u00fcr Oliven\u00f6l in Madrid\" href=\"http:\/\/www.internationaloliveoil.org\" target=\"_blank\">International Olive Council<\/a> in Madrid festgelegten Kriterien. Aber sie fallen durch alle <strong>sensorischen Pr\u00fcfungen<\/strong> &#8211; wie unsere eigentlich ungeschulten Riechorgane zweifelsfrei herausgerochen haben. Nummer 3 und 4 lie\u00dfen wir in unsere M\u00fcnder und Kehlen: Erst wurde zwischen den Z\u00e4hnen geschl\u00fcrft (&#8222;<em>strippaggio<\/em>&#8220; nennt man das), um die weiteren <strong>Fruchtnoten<\/strong> wie Mandeln oder Artischocke herauszuschmecken, erst danach wurde geschluckt &#8211; und da merkt man dann das <strong>Bittere und Scharfe<\/strong>, die untr\u00fcglichen <strong>Qualit\u00e4tszeichen<\/strong> f\u00fcr hochwertiges Oliven\u00f6l.<\/p>\n<p>Wie gut so ein <strong>Oliven\u00f6l \u00fcber Pasta<\/strong> schmeckt, erfuhren die Teilnehmer beim anschlie\u00dfenden Essen mit Linguine aus dem Urweizen <strong>Khorosan<\/strong> von unserem Bio-Bauern Bruno Amurri und &#8222;<em>Rosso Bello<\/em>&#8222;-Rotwein vom Weingut <a title=\"Weingut von Luigino und Giovanni Vagnoni in Ripatransone\" href=\"http:\/\/www.lecaniette.it\" target=\"_blank\">Le Caniette<\/a> in Ripatransone, dem Ort, auf den wir von unserem Haus aus schauen. Zuvor gab es <strong>Olive Ascolane<\/strong> von Tizianos Cousin, der bei Offida eine Metzgerei hat. Diese dicken, gro\u00dfen, gr\u00fcnen Oliven aus der Region <strong>Ascoli Piceno<\/strong> werden entkernt und <strong>gef\u00fcllt mit einer Farce<\/strong> aus gemischtem Hackfleisch (Rind, Kalb und Huhn), gew\u00fcrzt mit Parmesan, Ei, Muskatnuss, Pfeffer und Salz. Anschlie\u00dfend paniert man sie in einer Mehl-Ei-Mischung und <strong>frittiert sie in Oliven\u00f6l<\/strong>. Die Ascolane werden kurz in Oliven\u00f6l erhitzt und als (sehr s\u00e4ttigende) Vorspeise gegessen, gern auch auf M\u00e4rkten wie Maroni in der T\u00fcte.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens r\u00e4umten Tiziano und wir gleich mit dem Vorurteil auf, dass Oliven\u00f6l nicht so hoch erhitzt werden darf. In Wahrheit ist es das <strong>hitzebest\u00e4ndigste \u00d6l<\/strong> und ist ideal zum Braten bis 180 Grad! Die M\u00e4hr, dass man nur so genanntes neutrales \u00d6l zum Braten nehmen darf, weil sonst das gebratene Steak nach Oliven\u00f6l schmeckt, sollte endg\u00fcltig aus den K\u00f6pfen verbannt werden. Sie ist ebenso falsch wie die ewig perpetuierte Falschaussage, dass Spinat einen besonders hohen Eisengehalt hat. Humbug.<\/p>\n<p>Diese und weitere wichtige Erkenntnisse werden Michael und ich \u00fcbrigens noch einmal \u00f6ffentlich verk\u00fcnden: Am <strong>Samstag, 26. April<\/strong>, beim Gartenfest auf <a title=\"Schloss Amerang bei Wasserburg\" href=\"http:\/\/www.schlossamerang.de\" target=\"_blank\">Schloss Amerang<\/a>. Auch da werden wir verschiedene Oliven\u00f6le gemeinsam degustieren.<\/p>\n<p>Eine mobile Oliven\u00f6lpresse werden wir da aber nicht dabei haben! Trotzdem: Wir sind um einige Erfahrungen reicher &#8211; und Tiziano und Benedetto haben wir ihren ersten Besuch in Deutschland erm\u00f6glicht! Sie genossen <strong>Erdinger Wei\u00dfbier<\/strong>, Schweinsbraten mit Kn\u00f6deln und Blaukraut und in M\u00fcnchen <strong>Augustiner Bier<\/strong>, mit dem die Entt\u00e4uschung \u00fcber die nicht-funktionierende Olivenpresse heruntergesp\u00fclt wurde. Woran es letztendlich lag? Keine Ahnung. Oliven sind eben ein eigenwilliges <strong>Naturprodukt<\/strong> der Mittelmeerl\u00e4nder. Und wir reisen ja auch gern dorthin, um vor Ort weiterhin von so gewissenhaften <strong>Bio-Olivenbauern wie Tiziano oder Bruno<\/strong> zu lernen und sie zu unterst\u00fctzen. Von beiden haben wir \u00fcbrigens gerade Oliven\u00f6l im Verkauf: Tizianos mildes, sortenreines der Sorte Piantone di Mogliano und Brunos etwas sch\u00e4rferes Blend aus <strong>Sargano<\/strong> und <strong>Carboncella<\/strong>. Wer vergleichen mag: Wir verschicken gern ein Doppelpack!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es h\u00f6rte sich so sch\u00f6n an: Eine mobile Oliven\u00f6lpresse kann in Deutschland frisches Oliven\u00f6l pressen, und das mit eingefrorenen Oliven. Geht das tats\u00e4chlich? Nein, wir m\u00fcssen alle weiterhin nach Italien reisen, um dieses Erlebnis zu genie\u00dfen! Tats\u00e4chlich planen das nun einige der Teilnehmer unseres ersten Oliven\u00f6l-Workshops am 15. M\u00e4rz im Golfclub M\u00fcnchen Eichenried. Sie trugen&hellip; <a href=\"http:\/\/www.oliopiceno.de\/?p=424\" class=\"more-link\">Weiterlesen <span class=\"screen-reader-text\">H\u00f6llenl\u00e4rm &#8211; und kein Live-Oliven\u00f6l. 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