Verwendung

Jaaaaaa doch!!!! Olivenöl ist ideal zum Braten! Bitte nicht dieser alten Mär glauben, die andere Samenöl-Produzenten mit starker Lobby vor Jahren in die Welt gesetzt haben. Sie wissen doch auch längst als kluger Verbraucher, dass Spinat gar nicht so eisenhaltig ist, wie es dereinst fälschlich in die Welt gesetzt und millionenfach falsch abgeschrieben wurde. Olivenöl kann und darf auf jeden Fall bis 180 Grad erhitzt werden, ja sogar darüber. Zwar gehen dann die wertvollen Polyphenole flöten, aber es ist immer noch ein hervorragendes Bratöl.

Zitat aus „Merum“, der Zeitschrift für Wein und Olivenöl aus Italien: „Extra Vergine-Olivenöl ist deshalb besser als Samenöle zum Erhitzen geeignet, weil einfach ungesättigte Fettsäuren beim Erhitzen länger stabil bleiben als mehrfach ungesättigte. Extra Vergine wird zudem dank des Gehaltes an natürlichen Antioxidantien durch Hitze weit weniger rasch geschädigt als raffinierte Öle (die meisten Samenöle, aber auch rektifiziertes Olivenöl).“

Übrigens: Olivenöl ist das einzige Öl, das dank seiner Herstellung durch Kaltextraktion aus der gesamten Frucht, ein reines Naturprodukt ist. Alle Samenöle müssen hocherhitzt werden, damit die Kerne (Sonnenblume, Kürbiskerne) oder Samen (Hanf, Leinöl) ihr Öl hergeben. Dazu werden oft chemische Hilfsstoffe eingesetzt wie z. B. Hexan, um das Öl aus den Samen herauszulösen. Selbst bei hochwertigen Bio-Samenölen hat das Öko-Test-Magazin im Mai 2014 Rückstände wie gar Mineralöl entdeckt!

Salate und Mozzarella – mit echtem Aceto Balsamico

Olivenöl ist in der Küche wirklich universell einsetzbar. Wunderbar ist es zu Salaten und im Sommer zu Mozzarella und Tomaten mit Basilikum – in Kombination mit einem exzellenten, ebenfalls ehrlich handwerklich und traditionell erzeugten Aceto Balsamico. Den haben wir seit Mai 2014 übrigens von einer Acetaia bei Modena auch im Angebot! An dieser Stelle eine eindringliche Warnung: Hände weg von der „Crema di Balsamico“. Dieses industrielle Produkt besteht zu über 50 Prozent aus künstlichen Zuckerersatzstoffen! Im schlimmsten Fall verursachen die Durchfall.

Finish über Fleisch, Fisch und Spaghetti

Den richtigen Pfiff gibt Olivenöl als „Finish“. Unbedingt bei Fleisch- oder Fischgerichten frisches Olivenöl nach dem Braten oder Dünsten oben drauf zum Verfeinern träufeln. Durchaus großzügig wie es die Italiener tun. Oder gleich den Fisch mit Olivenöl einreiben, d. h. confieren. Zum Beispiel ein Stück Lachsfilet rundherum dünn mit Olivenöl einreiben und im vorgeheizten Backofen bei 100 Grad ca. 15-17 Minuten garen.

Wunderbar auch einfach über Spaghetti – ja, nur Olivenöl, kein Parmesan, kein Knoblauch. Oder doch Aglio Olio (= mit Knoblauch und Olivenöl): Spaghetti in reichlich Salzwasser al dente kochen (Tipp: das Wasser wird im Wasserkocher schneller heiß!), abgießen, in den noch heißen Topf zurückgeben. Knoblauch durch die Presse drücken und zusammen mit dem Olivenöl unter die Spaghetti mischen. Evtl. noch mit Salz abschmecken, dann heiß servieren.

Zu Spargel

Oder Spargel mit Olivenöl – statt mit Butter oder Sauce Hollandaise. Auch unbedingt mal Bozner Sauce mit Olivenöl probieren! Rezept: 4 hartgekochte Eier, 2 EL Senf, 2 – 4 EL Olivenöl, 1 TL Mayonnaise, 1 TL Zitronensaft, frisch gehackte Kräuter (Petersilie, Schnittlauch), Pfeffer & Salz. Die hartgekochten Eigelbe durch ein Sieb drücken, die Eiweiße sehr fein hacken; passiertes Eigelb, Senf, Mayonnaise und Olivenöl gut vermischen, Kräuter und Eiweiß hinzugeben, abschmecken.

Zum Backen

Mildes Olivenöl verwenden wir auch zum Backen, etwa beim „Schmand-Sand-Obstkuchen mit Olio Piceno“. Das Südtiroler Rezept für einen „Sauerrahm-Sandkuchen“ habe ich schon mehrmals abgewandelt und in der Kastenform (30 x 12 cm) gebacken. Das Rezept: Für die Olivenölmasse 3 Eigelb plus eine Prise Salz mit 80 ml Olio Piceno, einem Becher Schmand (200 g), Saft und Schalenabrieb von einer unbehandelten Orange und einer unbehandelten Zitrone verrühren, 150 g Zucker zugeben, glattrühren. Für den Eischnee 3 Eiweiß mit 70 g Zucker zu klebrigem Schnee schlagen (macht nichts, wenn der Schnee nicht „steht“); für den Teig 200 g Mehl mit 1 Teelöffel Backpulver vermischen und abwechselnd mit dem Eischnee in die Olivenölmasse einrühren. Zum Schluss 150 – 200 g Kompottfrüchte unterheben (etwa selbst gemachtes Quitten-Kompott oder rote Früchte wie Himbeeren oder Kirschen).

Kastenform buttern und mit 2 Esslöffel gehackten Mandeln ausstreuen (gibt einen knackigen Effekt). Im auf 180 Grad vorgeheizten Backofen 75 Minuten backen. Den Kuchen 20 Minuten in der Form abkühlen lassen, danach stürzen und mit Puderzucker bestreuen.

Schmand-Obst-Sandkuchen mit Olio Piceno

Schmand-Obst-Sandkuchen mit Olio Piceno

„Momentan verwende ich Dein Öl in rasanten Mengen über Rucola und Feldsalat, dazu gibt`s dann oft Tartar von der Chiemseerenke, selber gemacht, sehr fein oder anderes …“ (Ursula E., Prien a. Chiemsee, 14. 2. 2013)

Tipp vom 3-Sterne-Koch

Im SZ-Magazin vom 28. November 2014 schreibt 3-Sterne-Koch Christian Jürgens vom Restaurant „Überfahrt“ in Rottach-Egern am Tegernsee: „Wer rote Zwiebeln oder Rotkraut schneiden will, ohne sich die Finger zu verfärben, sollte seine Hände vorher mit einem Schuss Olivenöl eincremen. Das hält die Farbstoffe ab.“ Auch eine gute Verwendung. Mein Tipp für das „Danach“: Rissige, strapazierte Hände mit Olivenöl eincremen. Olivenöl ist rückfettend und hat den gleichen ph-Wert wie die Haut! Ideal auch als Oliven-Seife für Allergiker.

 

Eine Antwort auf Verwendung

  1. Ernst Fischer Moosinning sagt:

    Hallo Heidi + Michael,
    Wir haben ja schon etliche Liter von eurem erstklassigen Olivenoel genossen und an unsere Freunde weiter gegeben und alle waren begeistert. Macht weiter so! Wir freuen uns schon auf die neue Ernte.
    Gruß Ernst + Lisbeth

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