Olivenblättertee mit passender Tasse Olio Tè
Allgemein, Olivenöl

Die Sonne Italiens in den Winter holen!

Auf diesem Weg wünschen wir allen Olio Piceno-Freunden ein gesundes und genussfreudiges Jahr 2018 – und schicken ein bisschen italienische Sonne gen Norden.

Mein lieber Mann Michael und ich Neujahr 2018 am Strand von Cupra Marittima.
Mein lieber Mann Michael und ich Neujahr 2018 am Strand von Cupra Marittima.

Denn wir verbringen traditionell Silvester in unserer Casa in den Marken und machen einen Neujahrsspaziergang an der Adria sowie durch unseren kleinen Olivenhain. Es ist enorm, wie die Olivenbäume nach der Olivenernte im Oktober noch einmal gewachsen sind. Das bisher milde Winterklima hier mit zweistelligen Plus-Temperaturen tut ein Übriges. Wir hoffen tatsächlich noch auf ordentlich frostige Nächte, damit Schädlinge wie die Olivenfliege bzw. deren Larven im Boden nicht überleben können.

Freudenspender: die immergrünen Olivenblätter und blauer Himmel
Freudenspender: die immergrünen Olivenblätter und blauer Himmel

Gern hätten wir wieder so eine gute Ernte wie im Oktober/November 2017. Unser Olivenöl ist auch im Vergleich zu anderen Regionen wirklich exzellent. So hören wir von unseren Aceto Balsamico-Freunden Bianca und Uli, die auf der Grünen Woche in Berlin einen Stand haben werden (Ulibis.COM), dass sie auch dort wieder gern unser Olio Piceno anbieten (19.-28. Januar 2018). Haben doch ihre Recherchen ergeben, dass z. B. das diesjährige Olivenöl vom Gardasee sehr flach schmeckt, ohne Bitterstoffe und Schärfe. Andere Regionen wie die Toscana haben aufgrund der extremen Trockenheit so gut wie gar kein Olivenöl dieses Jahr produzieren können.

Ich persönlich freue mich immer wieder, wenn ich die Sonne Italiens in den deutschen Winter holen kann. Das beginnt morgens unter der Dusche mit einem Esslöffel Olivenöl zum Ölziehen. Achtung: Dieses Öl wird natürlich ausgespuckt, damit alle Bakterien aus der Mundflora ausgeschwemmt werden. (Das habe ich in meinem Buch „Oliven – Eine Liebeserklärung an den Süden“ ausführlich beschrieben.) Weiter geht es mit einer morgendlichen Tasse Olivenblätter-Tee, unserem Energiespender, den meine am 1. August 2017 verstorbene Mama so liebevoll hergestellt hat (zupfen, häckseln, in Tüten à 50 oder 100 g verpacken, 6,50 bzw. 12.50 Euro). Da hat sie uns noch reichlich Nachschub hinterlassen.

Und zum Schluss kommt ein Schuss Olivenöl über den Fenchel-Orangensalat.
Und zum Schluss kommt ein Schuss Olivenöl über den Fenchel-Orangensalat.

Mittags gibt es dann einen Salat mit z. B. Fenchel, Orangen, rotem Pfeffer – und Olivenöl. Nachmittags backe ich heute einen Apfelkuchen mit Olivenöl, bei dem ich nur die Hälfte des angegebenen Fetts brauche (250 g Butter = ca. 125 ml Olivenöl). Abends gibt es einen Fisch, der zusammen mit Gemüse und Olivenöl in den Ofen kommt und hinterher noch einmal mit unserem Limonolio beträufelt wird. Oder auch ein Bio-Huhn mit Salzzitronen, die wir mal selbst eingelegt haben, und Mangold. Ich brauche nicht zu erwähnen, mit welchem Öl das Huhn gebraten und beträufelt wird, oder?

Bei allem Genuss habe ich dabei immer das Gefühl, meinem Körper etwas Gutes zu tun. Hier noch einmal auf einen Blick, was Olivenöl gesundheitlich nachweislich bewirkt:

Olivenöl beugt Krebs vor – Dank des antioxidativen Hydroxytyrosol

Olivenöl ist gut für das Herz – Dank der einfach ungesättigten Fettsäuren, die den Cholesterinspiegel senken (vor allem das „böse“ LDL-Cholesterin)

Olivenöl hilft bei Diabetes – Dank der Polyphenole werden die Entzündungsgene unterdrückt, die für das metabolische Syndrom verantwortlich sind (Diabetes, Übergewicht, hoher Cholesterinspiegel, Bluthochdruck). Die Insulinresistenz wird gesenkt, bes. für Diabetes Typ 2 relevant.

Olivenöl senkt das Alzheimer-Risiko – Dank des Oleocanthal, das die Nervenzellen schützt

Olivenöl schützt die Knochen vor Osteoporose – Dank der Polyphenole, die die  Knochenmasse schützen

Olivenöl hilft bei der Nährstoffaufnahme – Z. B. Beta-Carotin wird nur vom Körper zusammen mit Fett aufgenommen. Eine gute Nährstoffaufnahme macht schlanker und vitaler! Der Stoffwechsel wird angeregt.

Wir sind am 16. Januar wieder in Bayern und verschicken dann fleißig das bis dahin bestellte Olivenöl. Gern über unseren Online-Shop oder direkt per Mail an pr@heidi-rauch.de. Am 25. Januar haben wir dann unsere erste Olivenölschule in München, die schon seit Wochen ausgebucht ist. Wir freuen uns sehr über diesen Zuspruch! Am 17. Februar in Berlin sind wir ebenfalls ausgebucht. Nur in München gibt es am 24. März noch einen und am 28. April noch zwei Plätze. Danke an dieser Stelle für das rege Interesse an unserem ehrlichen Olivenöl!

Allgemein, Olivenöl

Scharf, zitronig und kräuterig – vielseitiges Olivenöl – ideales Weihnachtsgeschenk!

Endlich haben wir es wieder! Das scharfe Peperoncino-Öl unseres Nachbarn Bruno, das so manchem Gericht DEN geschmacklichen Pep gibt! Grund für die späte Produktion: In den Marken hatten die Ölmühlen tatsächlich bis Anfang Dezember zu tun, so reichhaltig war die Ernte! Auch wir finden jetzt noch an unseren Bäumen quasi nachgereifte Oliven, die nun eben als Dünger herhalten werden – wie unsere Äpfel im Erdinger Garten, an die wir nicht herankamen. Sie dienen den Vögeln als willkommene Winternahrung.

Sogar die neu aus diesem Olivenbaumstumpf wachsenden Äste tragen noch Anfang Dezember grüne und blaue Oliven!
Sogar die neu aus diesem Olivenbaumstumpf wachsenden Äste tragen noch Anfang Dezember grüne und blaue Oliven!

Das Peperoncino-Öl wird wie das zitronige Limonolio in der allerletzten Pressung hergestellt, d. h. die scharfen kleinen Paprika, Chilis, bzw. die ersten sizilianischen Zitronen kommen mitsamt den Oliven in die Pressung, so dass sich beides wunderbar in der Olivenpulpe, dem Fruchtbrei, vermischen kann. Das ist der Riesenunterschied zu nachträglich aromatisierten Olivenöle! Den schmeckt man, weil die Schärfe bzw. die zitronige Säure wunderbar eingebunden sind. Probieren Sie das Limonolio über Fisch, Salat oder auf Vanilleeis. Köstlich!

Wie vielseitig Olivenöl einsetzbar ist, konnte man gerade wieder im Essensheft des SZ Magazins vom 1. Dezember nachlesen. Allen voran der französische Meisterkoch Alain Passard, der selbst Veganer ist, gern vegetarisch, aber nicht nur, kocht und Olivenöl liebt! Schön seine Liebe zu den Klängen in der Küche. Er spricht von den fünf Sinnen und findet, dass das Ohr oft vergessen wird – etwa der Klang des Olivenöls in der Pfanne! Ich liebe es auch, wenn mein lieber Mann Michael nur Olivenöl mit Knoblauch in der Pfanne erhitzt – allerdings eher wegen des tollen Geruchs.

Erntefrisch aus Nachbars Garten: Wirsing von Familie Paci. Grazie!
Erntefrisch aus Nachbars Garten: Wirsing von Familie Paci. Grazie!

Gestern haben wir im Garten, orto, unserer Nachbarn einen Wirsingkohl ernten dürfen. Auf dessen große Blätter hat Michael einen branzino, einen Adria-Barsch, gebettet und im Ofen gegart, natürlich mit Olivenöl. Auf dem Teller erst kam die Verfeinerung mit Limonolio. Die anderen Wirsingblätter wurden in der Pfanne mit Olivenöl angebraten, auch mit einem Schuss Peperoncino-Öl, und dazu Kümmel. Wenn ich an die verkochten Wirsingkohl-Eintöpfe meiner Berliner Kindheit denke, weiß ich erst jetzt, wie gut Wirsing schmecken kann. Entschuldigung, meine liebe Mama im Himmel! Aber Du hast Dir hier in unserer Casa immer gern etwas von Michael abgeschaut und bis zu Deinem plötzlichen Tod gesund mit Olivenöl und Peperoncino-Öl (plus natürlich Leinöl aus dem Spreewald) gelebt. Wir denken an Dich!

Tizianos Edelstahl-"Tresore" mit seinem wunderbaren Olivenöl
Tizianos Edelstahl-„Tresore“ mit seinem wunderbaren Olivenöl

Gestern haben wir auch endlich Olivenöl von Tiziano kaufen können. Er hat bis Ende November geerntet, inzwischen alle Olivenöle gefiltert und nun seine Edelstahltanks prall gefüllt mit bestem Olio extra vergine. 50 Liter seines wunderbar nach Kräutern duftenden Olivenöls bringen wir nun nach Bayern und füllen es ab 11. Dezember in Flaschen.

Am 13. Dezember gibt es für alle Münchner noch eine Gelegenheit, alle unsere Öle zu verkosten: Ich bin Gast bei Petra Andres-Unger, die in der Schwabinger Johann-Fichte-Str. 21, einen Shopping-Nachmittag und -Abend von 16-21 Uhr veranstaltet. Mit dabei sind die mediterranen Accessoires, Schals und Schmuck, von Cote du Sud, Mode von Uli Koch – und ich mit unserem Olio Piceno.

Unsere Olio Piceno-Schuhe in unseren Farben mitsamt Schriftzug made in Bella Italia!
Unsere Olio Piceno-Schuhe in Oliven-Farben mitsamt Schriftzug made in Bella Italia!

Natürlich präsentiere ich auch wieder die farblich extravaganten Wunschschuhe von Belleggia. Enrico hat herrliche Kreationen nach individueller Bestellung geschaffen. Wir sind ganz begeistert von dieser neuen Zusammenarbeit – und von der Resonanz meiner Netzwerk-Freunde, die diesen bequemen und dabei stabilen Schuh schätzen. Danke, Bianca, dass Du als Nicht-Golferin in Zukunft einen pink-weißen Belleggia-Schuh bei den zukünftigen Präsentationen Eures wunderbaren Aceto Balsamico tragen wirst! Diesen besten aller Acetos, weil aus 100 Prozent Traubenmost bestehend, haben wir natürlich auch weiterhin im Angebot. Wer also noch kulinarische Weihnachtsgeschenke sucht: Einfach eine Mail an info@oliopiceno.de senden – wir verschicken noch bis zum 19. Dezember, danach sind wir in Berlin und über Silvester wieder in unserer italienischen Zweitheimat.

Auf diesem Weg wünsche ich allen Lesern und Olio Piceno-Freunden ein wunderschönes Weihnachtsfest!

Allgemein, Olivenöl

Sturz vom Olivenbaum, Olivenöl-Weihnachtsgeschenke und wunderschöne Wunschschuhe

Unser 5. Olivenöl-Erntedankfest auf dem Erdinger Schloss Aufhausen war ein großer Erfolg! 150 kulinarisch interessierte Gäste kamen am 12. November in den schönen Rittersaal und genossen unser frisches Olivenöl plus viele weitere Spezialitäten.

Der Rittersaal im Erdinger Schloss Aufhausen bietet ein wunderbares Ambiente für unser Olivenöl-Erntedankfest.
Der Rittersaal im Erdinger Schloss Aufhausen bietet ein wunderbares Ambiente für unser Olivenöl-Erntedankfest.

Einiges ist nun bereits ausverkauft: Bis zur nächsten Ernte gibt es keine Feigen-Marmelade mehr, keinen Limoncello, keine Orangen- und Zitronenmarmelade. Aber unsere Bäume hängen bereits voller Zitrusfrüchte, so dass wir im Januar sicher schon ernten können – wenn nicht sogar früher. Wir trösten uns bis dahin mit dem Zitronenaroma von Ireneos köstlichem Limonolio.

Unser Freund Ireneo fehlte leider bei unserem Fest, weil er bei der Olivenernte vom Baum gestürzt ist und nun mit Rippenbrüchen, gebrochener Schulter und gebrochenem Schlüsselblatt im Krankenhaus liegt. Gute Besserung!

Papa Giacomo kraxelt im Olivenbaum, Sohn Cristian kämmt die Oliven von den Ästen.
Papa Giacomo kraxelt im Olivenbaum, Sohn Cristian kämmt die Oliven von den Ästen.

Und bitte nie wieder in den Olivenbaum klettern! Auch unser Nachbarbauer Giacomo macht das immer gern, weil es Usus ist, bei der Ernte gleich die oberen, kaum mehr erreichbaren Äste abzusägen. Da hat man natürlich noch weniger Halt, wenn man mit beiden Händen die (Motor-)Säge führen muss. Ich kann da immer gar nicht hinschauen. Für uns „Bodenarbeiter“ ist es dann natürlich praktisch, die Oliven von den abgeschnittenen Ästen ins Netz zu kämmen.

Für alle, die jetzt schon ihren Olivenernte-Einsatz 2018 bei uns planen möchten, gebe ich hier den voraussichtlichen Termin bekannt. Immer mit der Unwägbarkeit klimatischer Naturphänomene, die sich nicht an Terminpläne halten! Also geplant ist das Wochenende Freitag, 19., bis Montag, 22. Oktober 2018. Wenn die Ernte wieder so üppig ausfallen sollte wie dieses Jahr, können wir viele Helfer gebrauchen – von fitten (Jung-)Männern bis zu qualitätssichernden Frauen, die sich auch um „Einzelschicksale“ an den Bäumen kümmern und nicht nach Effizienz-Kriterien ernten. Beides in Kombination ist wunderbar für eine reichhaltige Ernte! Viele Helfer sind deshalb wichtig, weil die Oliven noch am Erntetag in der Ölmühle verarbeitet werden sollen. So ist die höchstmögliche Qualität und lange Haltbarkeit garantiert.

Michael und Heidi freuen sich auf viele Gäste auch am 1. Dezember im Golfclub München Eichenried.
Michael und Heidi freuen sich auf viele Gäste auch am 1. Dezember im Golfclub München Eichenried.

Die näherliegenden Termine sind aber noch in diesem Jahr. Denn Weihnachten steht vor der Tür und da ist Olivenöl immer ein schönes Geschenk, das nicht als „Stehrumsel“ verstaubt. Michael und ich sind noch einmal am 1. Dezember bei der Weihnachtsfeier im Golfclub München Eichenried mit einem Stand vertreten. Ab 19 Uhr ist das Clubhaus-Restaurant auch offen für externe Besucher. Es gibt Plätzchen, Glühwein und Kaiserschmarrn. Außerdem dabei: die schönen Taschen und Tücher von Claudia Bachmair-Vogl und die Lederjacken von Katrin Schiller. Bei ihr werden wir am 28. November auch noch einmal in München Olivenöl anbieten. Info folgt!

Im Juni 2017 hat Enrico auch mit Damen-Schuhen begonnen - mit ganz tollen Farben!
Im Juni 2017 hat Enrico auch mit Damen-Schuhen begonnen – mit ganz tollen Farben!

Ganz neu vertreibe ich übrigens Belleggia-Golfschuhe! Und das kam so: Bei uns um die Ecke ist der Cross-Country-9-Loch-Platz I Lauri, bei dem ich eines Tages farbig total auffallende Golfschuhe im Pro-Shop sah, die ich sofort kaufte. Als ich damit meine Runden in Eichenried drehte, sprachen mich so viele Golfer auf diese Schuhe an, dass ich den Schuhmacher bei unserem nächsten Besuch in seiner Werkstatt bei Fermo besucht habe. Enrico Belleggia hat mich total überzeugt: Mit Leidenschaft fertigt der 63-Jährige superbequeme und durchdachte Golfschuhe in bester Manufaktur-Tradition der Gegend, die eine Hochburg der italienischen Schuhmode ist. Diego della Valle (Tod`s, Hogan) stammt aus den Marken, Enrico hat für Firmen wie Versace und Louis Vuitton als „modellista“ gearbeitet, bevor er sich selbstständig gemacht hat.

Für die Herren gibt es auch klassische Modelle, die viel Zehenfreiheit bieten.
Für die Herren gibt es auch klassische Modelle, die viel Zehenfreiheit bieten.

Seine Noppensohle und die stützende Stifte in der Sohle für Fuß-Stabilität sind seine Erfindung. Aber das Beste ist: Er liebt exklusive Designs und fertigt für jeden seinen individuellen Wunschschuh! Auch ganz „normale“, dezente Modelle übrigens. Noch in diesem Monat biete ich die Modelle für 150 Euro pro Paar an. Anfang Dezember holen wir die wasserdichten Schönheiten, die man übrigens auch prima außerhalb des Golfplatzes tragen kann, bei Enrico ab, so dass sie rechtzeitig vor Weihnachten ausgeliefert werden können.

Ich freue mich über Nachrichten von Ihnen und wünsche allen Lesern eine schöne Vorweihnachtszeit!

Allgemein, Olivenöl

Frühe Olivenernte 2017 voller Adrenalin

Das frische Olivenöl muss erst sein Adrenalin verlieren!“ Dieser verblüffende Satz stammt von unserem Bio-Olivenbauern Tiziano, der – zwei Tage nachdem er seine Ölmühle überhaupt eröffnet hat dieses Jahr – unsere 767 Kilo Oliven zu 88 Liter Olivenöl gepresst hat.

Tiziano bei der Arbeit in seiner Ölmühle.
Tiziano bei der Arbeit in seiner Ölmühle.

Ja, wir haben also nach vielen Missernten aufgrund der Olivenfliege endlich wieder eigenes Olivenöl von unseren 30 Bäumen! Juchhu! Zu acht haben wir am 1. Oktober schweißtreibend fleißig gearbeitet und stolz 35 Kisten mit völlig intakten Oliven nach Offida transportiert.

Bodenarbeit für die Frauen...
Bodenarbeit für die Frauen…

Und nun hat das frische Olivenöl, vollgepumpt mit gesunden Polyphenolen, also zu viel Adrenalin? Tatsächlich muss sich das gestresste Frühöl erst absetzen, bevor es seine Aromenvielfalt entfalten kann. Momentan ist es vorwiegend piccante, also scharf, und amaro, bitter. Es fehlt die so wichtige dritte Note: fruttato, die Fruchtigkeit! Wir freuen uns jetzt schon auf die Erfahrung, unser Öl Ende des Monats in seiner entstressten Vollendung zu schmecken. Vorher lassen wir es ruhen – oder kosten nur hin und wieder gierig ein Schlückchen.

....Höhenarbeit für die Männer.
….Höhenarbeit für die Männer.

Es ist für uns auch eine neue Erfahrung, so früh im Jahr zu ernten. Immerhin haben wir dank der Nähe zum Meer und daher zu mehr Feuchtigkeit einen stattlichen Ertrag von 11,5 Prozent erzielt. Normal sollten 12 bis 15 Prozent sein. Frühernter wie Oasi degli Angeli bei uns um die Ecke wissen, dass sie teilweise weit unter 10 Prozent Ertrag haben.

Ich beschränke mich auf das Kämmen mit der Hand und überlasse den langen Rüttler den starken Armmuskeln von Michael & Co.
Fester Stand in angesagt auf den Erntenetzen.

Unsere Freunde im Hinterland klagen dagegen über zu kleine, teilweise leicht schrumpelige Früchte. Grund ist der extrem heiße Sommer, der zwar der Olivenfliege keine Chance gegeben, aber auch die Oliven ausgetrocknet hat. Wir sind also gespannt, wie deren Ernte ausfallen wird. Jedenfalls werden wir bei unserem Olivenöl-Erntedankfest am 12. November in Erding eine interessante Bandbreite an Olivenölen aus den Marken dabei haben.

Entspannung am abgesägten Olivenast.
Entspannung am abgesägten Olivenast.

Eine Erkenntnis der frühen Ernte ist auch, dass die Oliven schwerer vom Baum zu kämmen waren als sonst. Einige wenige Äste fielen auch der Säge zum Opfer. Aber wir wissen ja: Hat ein Olivenbaum erst einmal gewurzelt, ist er unverwüstlich, wächst und trägt bis ins hohe Alter.

Mittags und abends ein Dankesessen für die fleißigen Helfer.
Mittags und abends ein Dankesessen für die fleißigen Helfer.

Danke an dieser Stelle allen Erntehelfern (alle übrigens 50 plus!) die sich wirklich von morgens bis abends schwer ins Zeug gelegt haben. Da wir oft halbe Zweige mitsamt Oliven vom Baum gerupft haben, fehlte meine liebe Mama ganz besonders, die sonst für die abschließende Qualitätskontrolle in den Körben zuständig war. Sie hat uns bestimmt vom Himmel aus zugeschaut – und dafür gesorgt, dass die Ernte so gut war!

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Olivenöl-Erntedankfest 12. November Erding und Olivenölschule 2018 Berlin und München

Bei unserem letzten Olivenölschul-Abend in München im Kochstudio „Koch Dich glücklich!“ hatten wir sooooo nette Gäste, die wunderbar mitgekocht haben und absolute Genießer waren. Und das, obwohl am selben Tag das Oktoberfest angefangen hat!

"Lehrer" Michael erläutert, wie man gutes von schlechtem Olivenöl unterscheiden kann.
„Lehrer“ Michael erläutert, wie man gutes von schlechtem Olivenöl unterscheiden kann.

Das schönste Kompliment: „Nach dem tollen Artikel im IN München lag die Latte ja schon hoch, aber Ihr habt das noch übertroffen!“. Erstmals hat uns unsere Erdinger Haushaltshilfen-Perle Nurten unterstützt, die mit dem Kommentar „Ich bin halt eine türkische Hausfrau“ unsere Komplimente dann doch gern gehört hat.

Nun freuen wir uns auf die Olivenernte, die dieses Jahr wegen der klimatischen Bedingungen sehr früh sein wird, nämlich 2./3. Oktober. Grund: Der Sommer war zu heiß, die Oliven drohten fast zu vertrocknen. Positiver Effekt: Die Olivenfliege war schachmatt. Nun hat es endlich in den Marken geregnet, was den Oliven sehr gut tut. Negativer Effekt: Auch die Olivenfliege atmet auf und startet ihre Reproduktion sprich Zerstörung der Oliven. Um dem zuvorzukommen, holen wir die noch grünen Oliven lieber früher vom Baum. Dadurch erwarten wir zwar einen geringeren Ertrag von nur ca. 10 statt sonst 12-15 Prozent. Aber die gesunden Polyphenole sind im grünen, früh produzierten Olivenöl noch höher!

Heidi und Michael - wir sind gerne Gastgeber!
Heidi und Michael – wir sind gerne Gastgeber!

Wir werden also schon Mitte Oktober wieder in Bayern sein und die ersten Flaschen abfüllen. Denn wir planen dieses Jahr zwei Olivenöl-Erntedankfeste: Erstmals wollen wir auch unsere Berliner Freunde und Kunden mit superfrischem Olivenöl beglücken und laden am Sonntag, 29. Oktober, von 12 bis 17 Uhr in unsere Wohnung in Schöneberg zur Verkostung. 

Größer und opulenter wird das 6. Olivenöl-Erntedankfest im schönen Rittersaal von Schloss Aufhausen am Sonntag, 12. November, von 12 bis 17 Uhr. Da haben wir wieder unsere Aceto Balsamico-Freunde Bianca und Uli zu Gast, unseren Limonolio-Trüffel-Spezialisten Ireneo, unsere Freundin Claudia mit Tüchern und Taschen – und erstmals die Keramikerin Franziska Schnauder-Sanke aus dem fränkischen Thurnau, die ihre schönen Teller, Schalen und Schüsseln mitbringt, u. a. mit Oliven- und Zitronen-Motiven! Der Eintritt kostet hier 5 Euro, dafür gibt es aber auch viele kulinarische Genüsse (Schinken, Porchetta, Linsen, Pasta mit Tomatensugo, Feigen-Crostata, Wein uvm.).

All diese handwerklich hergestellten kulinarischen Köstlichkeiten gibt es bei uns.
All diese handwerklich hergestellten kulinarischen Köstlichkeiten gibt es bei uns.

Eine Woche später sind wir einen Abend im Chiemgau privat gebucht (Geburtstagsgeschenk der Familie für einen 60er!), was uns sehr freut. Mein lieber Mann Michael muss sich zwar wieder einmal auf eine neue Küche einstellen, aber da sind wir inzwischen ganz flexibel. Ich backe ja mit den Teilnehmern immer einen Rührteig-Biskuitkuchen mit Olivenöl und Vino Cotto und bin jedes Mal erstaunt, wie unterschiedlich Backöfen sein können….

Unsere Olivenölschul-Termine 2018 stehen auf dieser Seite in einem eigenen Menüpunkt, aber ich gebe sie hier mal geballt bekannt: Einen Termin haben wir wieder in Berlin in der Bio-Kochschule Friedrich, und zwar im Gedenken an meine liebe, erst kürzlich verstorbene Mama, die Anfang 2017 noch dabei war und am 19. Februar 90 Jahre alt geworden wäre. Termin für 89 Euro: Samstag, 17. Februar 2018.

In München bei „Koch Dich glücklich!“ bieten wir drei Termine gleich Anfang des Jahres an, damit möglichst viele Menschen in den Genuss des frischen Olivenöls kommen können: Donnerstag, 25. Januar, Samstag, 24. März, und Samstag, 28. April. Jeweils von 18-22 (eher 23 Uhr) für 99 Euro. Buchungen über uns: info@oliopiceno.de.

Demnächst werden wir an dieser Stelle natürlich von der Olivenernte in den Marken berichten. Unsere starken Helfer/innen stehen schon parat und freuen sich auf dieses anstrengende, aber wunderschöne Gemeinschaftserlebnis. Und wer immer ganz aktuell sehen will, was wir wo machen, der schaue doch mal auf Facebook unter Olio Piceno.

Allgemein, Olivenöl

Weißer Olivenhain und Sommerfrische-Olivenöl-Nachschub

Ungewohnter Anblick: Statt silbrig-grün schimmernder Blätter nun ein Hauch von weißem Schneegestöber über unseren Olivenbäumen. Wir waren gerade drei Wochen im heißen Juli in den Marken und am Ende hat Giacomo Porzellanstaub – caolino – ausgebracht. Das ist das neueste biologische Mittel, das wir gegen die Olivenfliege einsetzen.

Ungewohnter Anblick: weiße Olivenbäume im Sommer.
Ungewohnter Anblick: weiße Olivenbäume im Sommer.

Unser Hauptratgeber Tiziano hat uns außerdem gesagt, dass der weiße Staub den Blättern beim Speichern der Feuchtigkeit hilft. Die ist gerade in Italien sehr rar – im Gegensatz zu Deutschland. Wenn es regnet, dann viel zu kurz oder unwetterartig heftig. Ein 5-Minuten-Hagelschauer in unserer Region hat direkt am Nachbarhang die ganzen Oliven zerstört! So ist man nie vor Naturgewalten gefeit.

Ein Gutes hat die Hitze allerdings: Der Olivenfliege ist es zu heiß, um ihre Larven in der wachsenden Olive abzulegen. Zudem „verwirrt“ sie der weiße Porzellanstaub hoffentlich so, dass sie keine leckere Frucht findet.  Wir hoffen also auf eine gute Olivenernte im Oktober!

Bruno füllt uns sein letztes kostbares Olivenöl dieses Jahr ab.
Bruno füllt uns sein letztes kostbares Olivenöl dieses Jahr ab.

Da es das neue Olivenöl erst im November gibt, haben wir von Bruno das allerletzte Olivenöl mitgebracht: Il Biologico di Livia, das nun, neun Monate nach der Ernte, milder ist und trotzdem noch all die wunderbaren Eigenschaften hat, die gutes Olivenöl ausmachen – Fruchtigkeit, Bitterkeit und Schärfe.

Von Tiziano dagegen haben wir ganz neu noch ein paar wenige 250 ml-Flaschen mit scharfem Peperoncino-Öl mitgebracht. Auch diese entstehen so, wie es sein soll: Die scharfen roten Cayenne-Chili-Schoten wandern in die letzte Pressung und vermischen sich auf diese Weise schon in der Olivenpulpe miteinander. Man schmeckt den Unterschied zu den sonstigen nachträglich aromatisierten Ölen: harmonisch, rund, ausgewogen-scharf.

Und was haben wir sonst noch dabei? Den zweiten Schwung des frisch von Michael hergestellten Limoncellos, der die italienische Sommerfrische ins Glas bringt! Ab damit in die Tiefkühltruhe und dann eiskalt servieren. Keine Angst: Dank der 34 Prozent Alkohol kann da nichts einfrieren. Die Feigen waren reif und wanderten mit all ihrem Aroma direkt in unsere Marmeladengläser. Ebenso die Pfirsiche vom Markt in Cupra Marittima. Feigen- und Pfirsich-Marmelade ergänzen somit nun unsere Zitronen- und Orangen-Marmeladegläser. Leckere Alternative zum Obstsalat! Apropos Zitronen: Ireneo hat uns auch neue Flaschen seines Limonolio vorbeigebracht. Herrlich auf Salat, Mozzarella oder Fisch!

Unseren Energiespender Olio Tè gibt es in 50- und 100 Gramm-Tüten.
Unseren Energiespender Olio Tè gibt es in 50- und 100 Gramm-Tüten.

Last but not least haben wir wieder Nachschub an Olivenblättertee: Meine Mama war total fleißig und hat 50 Tüten gefüllt. Sie hat unermüdlich gezupft und gehäckselt und uns sogar einige Vorratsgläser hinterlassen. Wir haben ihn bei der 30-Grad-Hitze gekühlt getrunken, mit Honig und Zitrone. Das erfrischt und ist soooo gesund. Die Blätter gelten als Super-Reiniger: Das Chlorophyll, das die grüne Farbe produziert, stimuliert die Bildung unserer roten Blutkörperchen und reinigt das Blut. Gleichzeitig regt es die Zellatmung an, was wiederum zur Bildung neuer Zellen führt und unsere Haut frisch und rosig macht. Die Blätter haben einen noch höheren Anteil an Antioxidantien als das Olivenöl. Durch das Aufgießen mit 85 Grad-heißem Wasser werden sie nicht zerstört, sondern können sich prima im Körper als Radikalenfänger entfalten.

Holen Sie sich also die Sonne Italiens nach Hause! Wir freuen uns über Ihre Bestellungen. Gern schicke ich Ihnen eine Liste zu. Einfach mailen an: info@oliopiceno.de.

Wunderbares Sommeressen: Burrata oder Mozzarella mit Tomaten und Basilikum - plus ehrlichem Olivenöl oder Limonolio!
Wunderbares Sommeressen: Burrata oder Mozzarella mit Tomaten und Basilikum – plus ehrlichem Olivenöl oder zitronigem Limonolio!

PS: Am Samstag, 16. September, haben wir unseren letzten Olivenölschul-Abend 2017 in München bei „Koch Dich glücklich!“ – von 18-22 Uhr. Wir freuen uns über Anmeldungen von genussfreudigen und neugierigen Menschen.

 

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Sommerpause und Nachschub-Probleme

Unsere Olivenölschule geht in die Sommerferien. Noch einmal hatten wir bei „Koch Dich glücklich!“ in München einen vollen Herd und eine gut gelaunte lange Schlemmertafel.

Degustations- und Schlemmertafel bei unserer Olivenölschule
Degustations- und Schlemmertafel bei unserer Olivenölschule

Diesmal mit der jüngsten Teilnehmerin, 9 Jahre jung – und mit Olivenöl aufgewachsen! Mama Alexandra und Papa Peter erzählten, dass ihre Tochter lange Zeit in italienischen Restaurants nichts anderes als Brot mit Olivenöl gegessen hat!

Noch ein Kuriosum an diesem Abend: Anruf einer Dame zwei Stunden vor Beginn, sie habe ein sehr bitteres Olivenöl und würde uns das gern zum Testen bringen.

Wir backen auch mit Olivenöl - und schlecken Teig!
Wir backen auch mit Olivenöl – und schlecken Teig!

Da sie quasi um die Ecke in der Innenstadt wohnt, kam sie spontan vorbei – und blieb begeistert den ganzen Abend. Nicht so begeistert waren wir von ihrem Olivenöl: durchsichtig, falsch gelagert in einer Flasche mit Korken (Luft und Licht sind die natürlichen Feinde des Olivenöls). Urteil: Es ist zwar schon 18 Monate alt, aber offensichtlich von der toskanischen Olivenbäuerin so falsch/schlecht produziert, dass es am Ende dieser Mindestlaufzeit absolut ranzig und ungenießbar war.

Die jüngste Teilnehmerin hilft beim Kuchenbacken.
Die jüngste Teilnehmerin hilft beim Kuchenbacken.

Im Laufe des Abends wurden unsere Vorräte „geplündert“, d. h. die glücklichen Teilnehmer haben eingekauft, was da war. Herrlich! Nun müssen wir uns dringend um Olivenöl-Nachschub kümmern und haben schon von Tiziano gehört, dass seine Vorräte absolut zur Neige gehen! Denn schließlich war die Ernte 2016 eher spärlich. Auch das sommerlich-zitronige Limonolio von Ireneo bekommen wir erst wieder Mitte Juni. Und es gibt bereits etliche Vorbestellungen!

Die Ernte-Prognosen für dieses Jahr hören sich gut an, aber noch ist es definitiv zu früh. Die Wetterkapriolen können auch noch im letzten Moment, also Ende September, alle Arbeit zunichte machen. Wir werden im Juli wieder in den Marken sein; über Pfingsten sind unsere Haus-Mitbesitzer dort und werden ein Auge auf unseren Olivenhain haben.

Gourmet-Grill-Briketts aus Olivenkernen - ökologisch und nachhaltig
Gourmet-Grill-Briketts aus Olivenkernen – ökologisch und nachhaltig

Bis dahin probieren wir eine weitere zu empfehlende Neuerung aus: Olio Bric, Grill-Briketts aus Olivenkernen bzw. aus den Abfällen der zweiten Olivenpressung, hergestellt in Kalamata, Griechenland. Hiermit wird ein bislang ungenutztes Abfallprodukt sinnvoll verwertet und man schützt die Umwelt. Denn alljährlich landen etwa 300.000 Tonnen Holzkohle auf deutschen Grills. Ein Großteil stammt aus südamerikanischen Tropenwäldern in Argentinien, Paraguay oder Bolivien – der „grünen Lunge“ der Welt. Die 3 kg-Säcke gibt es im Bioladen. Wir werden an dieser Stelle vom Ergebnis berichten. Versprochen wird: kein Entflammen durch Fettspritzer, kein Funkenflug – geschmacks- und geruchsneutral, anhaltende und gleichmäßige Hitzeentwicklung. Grillen mit einem guten Gefühl!

In diesem Sinne wünschen wir einen herrlichen (Grill-)Sommer! Und nicht vergessen: Immer Olivenöl zur Geschmacksabrundung oben drauf. Gern auch unser scharfes Peperoncino-Öl!

PS: Letzter Olivenölschul-Termin vor der Olivenernte: Samstag, 16. September, in München bei „Koch Dich glücklich!“

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Olivenöl-Museum und Limoncello-Produktion

Ostern in den Marken mit Zwischenstopp am Gardasee. Dort haben wir das Olivenöl-Museum in Bardolino-Cisano besucht. Sehr empfehlenswert! Eine Privat-Initiative der Familie Turri mit vielen Gerätschaften zur mühsamen Olivenöl-Gewinnung vom 18. bis 20. Jahrhundert.

Heidi an einer hölzernen Olivenpresse mit Strohmatten
Heidi an einer hölzernen Olivenpresse mit Strohmatten

Ausgestellt sind – bei freiem Eintritt übrigens – u. a. eine mächtige Hebelpresse aus Eichenholz und eine funktionierende Ölmühle mit Wasserantrieb. In einem Film sieht man noch, wie einst Pferde oder Maultiere die schweren Mahlsteine im Kreis bewegten, um die Oliven zu zerquetschen. Da freuen wir uns doch, dass dies heutzutage von modernen Maschinen übernommen wird, die zudem noch viel besseres und länger haltbares Olivenöl hervorbringen.

Im angeschlossenen Shop kann man dankenswerterweise sämtliche Olivenöle verkosten, die in der D.O.P.-Region Gardasee orientale und in der Umgebung produziert werden. Der Gardasee ist geographisch der nördlichste Punkt Italiens, wo überhaupt Olivenbäume gedeihen. Wir haben einen Mörser aus Olivenholz erstanden und eines der Öle für unsere nächste Olivenölschule am 12. Mai bei „Koch Dich glücklich!“ in München. Zwei freie Plätze gibt es noch!

Den Olivenbaumschnitt haben bei uns Giacomo und Valerio gemacht.

Nach dem Olivenbaumschnitt entwickeln sich die ersten Knospen.
Nach dem Olivenbaumschnitt entwickeln sich die ersten Knospen.

Für uns blieb nur das „Finish“, d. h. etwa unsere neu gepflanzten Bäumchen vom Unkraut rundherum befreien. Auch um unsere Obstbäume haben wir uns gekümmert, wobei unsere Haus-Mitbesitzer leider die Orangen- und Zitronenbäume sehr mit der Motorsäge malträtiert haben. Hoffentlich erholen sie sich über den Sommer, schließlich sind sie nicht so robust wie Olivenbäume. Die vertragen schon mal einen Radikalschnitt. Schließlich begünstigen Licht und Luft die Entwicklung möglichst „saftiger“ Oliven.

Die Äste mit den getrockneten Olivenblättern werden zur Weiterverarbeitung zerschnitten.
Die Äste mit den getrockneten Olivenblättern werden zur Weiterverarbeitung zerschnitten.

Einige der Olivenäste sind in unserem Stall getrocknet und harren nun der Weiterverarbeitung zu unserem Olivenblätter-Tee. Dazu fliegt meine 89-jährige Mama im Juli wieder aus Berlin ein und wird am Pool (links hinter mir auf dem Foto noch abgedeckt) Blätter zupfen, häckseln und in unsere Olio Tè-Tüten abfüllen. „Die Sonne Italiens nach Hause holen“ ist das Motto dieses Energiespenders, der die gesunden Polyphenole geballt unserem Körper zu Gute kommen lässt.

Wer jetzt schon die Sonne Italiens zu Hause genießen möchte, für den haben wir unseren sonnengelben Limoncello produziert. Dazu schwammen die Zitronenschalen unserer Bio-Cedris seit Februar in reinem Alkohol und wurden nun von Michael mit einer Zucker-Wasser-Lösung verdünnt, so dass ein 34-prozentiger Zitronenlikör entstanden ist. Somit kann man ihn prima in die Tiefkühltruhe legen und eisgekühlt servieren. Zum Abfüllen in u. a. 50 Geschenkflaschen für eine Kundin haben wir übrigens einen unserer 30-Liter-Olivenöl-Kanister zweckentfremdet.

Frisch abgefüllt und superlecker: unser eigener Limoncello aus der Produktion von Michele-Michael
Frisch abgefüllt und superlecker: unser eigener Limoncello aus der Produktion von Michael

Ein weiterer Olivenöl-Kanister ist wieder gut gefüllt mit Olivenöl von Bruno Amurri, diesmal ein reinsortiges aus der Coroncina-Olive. Es hat genau die richtige Balance zwischen Fruchtigkeit (in der Nase), Bitterkeit (am Gaumen) und Schärfe (im Rachen). Bruno erfreute uns zudem mit der positiven Nachricht, dass die Olivenfliege wohl dieses Jahr nicht so zuschlagen wird. Grund: Es gab im Februar wirklich sehr kalte Tage und Ende April wird noch einmal ein Temperatursturz erwartet. Das werden die Larven des Schädlings hoffentlich nicht überleben… Trotzdem hängen wir ab Mai Flaschenfallen mit einer speziellen Lösung in jeden Baum. Dazu haben wir tatsächlich Wasser aus Plastikflaschen getrunken, was wir ansonsten vermeiden. Aber was tut man nicht alles für gutes Olivenöl!

Allgemein, Olivenöl

Glücklich bei „Koch Dich glücklich!“ in München

Hurra, wir haben eine Heimat für unsere Olivenölschule gefunden! Das Kochstudio „Koch Dich glücklich!“ in der Ickstattstr. 11A im schönen Münchner Glockenbachviertel hat uns und 14 Premieren-Gäste glücklich gemacht! Es war ein gelungener Abend mit einer wieder sehr interessanten Gästemischung – vom gebürtigen Neapolitaner und einer gebürtigen Türkin auf der Suche nach dem Geschmack ihrer Kindheit über Paare, die extra aus Solingen (!) und Stuttgart angereist sind, bis hin zu sympathischen Münchnern, die tatsächlich schon einmal in den südlichen Marken, ganz in unserer Nähe, Urlaub gemacht haben!

Sandra umrahmt von Michael und Heidi, den Olivenölschul-Gastgebern
Sandra umrahmt von Michael und Heidi, den Olivenölschul-Gastgebern
Olivenöle verkosten, gemeinsam kochen und essen in schönem Ambiente bei "Koch Dich glücklich!" in München
Olivenöle verkosten, gemeinsam kochen und essen in schönem Ambiente bei „Koch Dich glücklich!“ in München

Danke auch an die liebe Sandra aus Zirndorf, die auf Facebook eine Hymne und wunderschöne Fotos gepostet hat, die ich an dieser Stelle gern auch zeige.

Am 6. April werden wir wieder 14 Gäste bewirten – wir freuen uns schon! Am 12. Mai und 1. Juni gibt es noch freie Plätze. Danach machen wir Sommerpause. Über Ostern werden wir wieder in den Marken sein und vor allem Pasta- und Vino Cotto-Nachschub holen. Mein mit dem Süßwein Vino Cotto und Olivenöl gebackener Biskuitkuchen zum Abschluss der Olivenöl-Abende kommt stets sehr gut an. Niemand schmeckt, dass der Kuchen nicht mit Butter, sondern mit der Hälfte des sonst tierischen Fetts, mit rein pflanzlichem nativem Olivenöl extra, und mit Dinkelmehl 630 statt Weißmehl 405 gebacken wurde. Gesunde Süßigkeit, die wir zusammen mit Vanilleeis und Limonolio servieren. Ireneo hat uns wieder mit reichlich Nachschub seines zitronigen Olivenöls versorgt, ebenso Bianca mit dem tollen Aceto Balsamico der Familie Pagani, der aus 100 Prozent Traubenmost besteht – und nicht aus über 50 Prozent künstlicher Zuckerstoffe wie diese Deko-Pest Crema die Balsamico, gegen die ich überall, wo ich sie serviert bekomme, heftig protestiere. Warum Industrie wenn es handwerklich ehrlich auch geht?

Genau in diese Richtung zielt auch der aktuelle Leberwurst-Test unserer Freundin Rozsika Farkas im aktuellen Slow Food-Magazin. Da wirbt Edeka mit einer „Mein Bayern“-Leberwurst und doch sind wieder völlig unnötige chemische Zusatzstoffe drin. Zitiert wird der Pressesprecher, der mit geschmacklichen Gründen argumentiert. So ein Unsinn!

Die Sonne Italiens mit Olivenblättertee nach Hause holen!
Die Sonne Italiens mit Olivenblättertee nach Hause holen!

In den Marken haben unsere lieben Nachbarn Giacomo und Valerio inzwischen die Olivenbäume geschnitten und etliche Äste zum Trocknen in den ehemaligen Stall gelegt, damit wir im Sommer wieder frischen Olivenblätter-Tee produzieren können. Meine 89-jährige Mama fliegt noch einmal nach Ancona und freut sich schon auf diese „meditative“ Zupf- und Häckselarbeit! Wer eine Alternative zu grünem Tee sucht, der ist mit diesem Energiespender, der den Stoffwechsel ordentlich ankurbelt, genau richtig bedient. Wir schreiben ja auch nicht umsonst auf das Etikett „Die Sonne Italiens nach Hause holen“. Es kann ja nicht schaden, die deutsche Frühlingssonne noch etwas zu verstärken!

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen einen schönen Frühling und melden uns wieder über Ostern aus den schönen Marken.

 

Allgemein, Olivenöl

Zitronenernte, Blutorangen-Marmelade und Lebensmittelkontrolle

Gleich nach unserem zweiten und vorerst letzten Olivenölschulabend in Berlin sind wir in die Marken gefahren, wo die Zitronen an unserem Haus uns zur Ernte riefen.

Die Zitronenbäume stehen direkt unter unseren Oliven - und sorgen für tolles Olivenöl-Aroma!
Die Zitronenbäume stehen direkt unter unserem Olivenhain – und sorgen für zitrusfruchtiges Olivenöl-Aroma!

Prallvoll hängen die Bäume, der Frost hat nur wenigen Früchten zugesetzt. Bei den Orangen haben die ungewöhnlich kalten Januar-Tage hier sogar dafür gesorgt, dass wir wunderbare Blutorangen haben und Michael nun erstmals Blutorangen-Marmelade macht!

Die Zitronenschalen baden in Alkohol und werden Ostern zu Limoncello verarbeitet.
Die Zitronenschalen baden in Alkohol und werden Ostern zu Limoncello verarbeitet.

Ein Teil der Zitronen ist schon verarbeitet: Die Schalen werden in Alkohol gelegt und ergeben unter Hinzufügung von Wasser und Zucker ab April unseren herrlichen 34-prozentigen Limoncello! Der kommt ins Tiefkühlfach und ist ein purer Sonnengenuss.

Die dann nackten Zitronen hat Michael ausgepresst und einen Zitronensirup daraus gemacht. Weitere Zitronen werden zu Marmelade verarbeitet, der Rest wird zusammen mit den Orangen zu unserem allmorgendlichen Vitaminschub-Saft.

Wir nutzen die Zeit in den Marken auch, um Nachschub für unsere Olivenölschul-Abende in Erding und München zu holen. Unser Auto trägt also wieder schwer an: Früchte-Kisten, Weinkisten, einem Olivenöl-Kanister von Tiziano, Schachteln mit Bio-Maccheroncini di Campofilone, Gläsern mit in Salzlake eingelegten Olive Ascolane etc.

Die Zitronenschalen baden in Alkohol und werden Ostern zu Limoncello verarbeitet.
Die Zitronen werden ebenso wie unsere Oliven liebevoll von Hand geerntet. 

Als kulinarisches Geschenk erhalten unsere Schüler im März auf jeden Fall, wie könnte es anders sein, eine Tüte mit Orangen und Zitronen! Deren Aroma ist übrigens  dafür verantwortlich, dass unser Olivenöl seinen so charakteristisch fruchtigen Geruch und Geschmack hat. Hinzu kommen bei uns Mandelbäume in der Nähe, wilde Minze und viel Rosmarin. Oliven haben nämlich die Eigenschaft – wie Olivenöl – wie ein Schwamm die Gerüche der Umgebung aufzunehmen. Jede Mikro-Region bringt so ihr eigenes, unverwechselbares Olivenöl hervor. Ganz abgesehen von den regionalen Sorten. Auch hier weisen die Marken eine ungeheure Vielfalt auf.

Dass wir so viel Glück mit unserem Haus hatte, macht uns wirklich jeden Tag dankbar. Wir hätten es ja auch anders treffen können. Wie schlecht Olivenöl schmecken kann, erleben wir leider im Zuge unserer Olivenölschul-Abende immer öfter: Wir kaufen viele verschiedene Olivenöl-Flaschen ein, darunter prämiierte, die sich mit blumigen Worten als wer weiß wie toll anpreisen. Das Ergebnis ist meistens niederschmetternd! Egal, wohlgemerkt, wie hoch der Preis ist!

Unsere Olivenölschüler in Berlin beim Verkosten von sechs verschiedenen Olivenölen aus drei Ländern.
Unsere Olivenölschüler in Berlin beim Verkosten von sechs verschiedenen Olivenölen aus drei Ländern und Ausfüllen der Bewertungsbogen.

Wir hatten Olivenöle dabei, die über 40 Euro pro Liter gekostet haben. Jüngster Reinfall: Olivenöl aus Sardinien, DOP, 18 Euro pro Liter, hier in einem Supermarkt gekauft. Ungenießbar bitter, völlig unausgewogen. Inzwischen sage ich allen, die es hören wollen: Olivenöl kann und darf man nicht im Supermarkt kaufen! Nicht einmal im Bio-Supermarkt! In einem in Berlin fanden wir z. B. durchweg Olivenöle von der Ernte 2015! Das ist laut Mindesthaltbarkeitsdatum nur noch bis April/Mai 2017 haltbar! Und dafür soll ich noch 45 Euro pro Liter bezahlen!!!!

In unserer Casa in den Marken fanden wir noch eine Flasche unserer eigenen Ernte von Oktober 2015, und was soll ich sagen: Dieses ehrlich und einwandfrei produzierte Olivenöl hat nichts von seiner exzellenten Qualität verloren! Fruchtigkeit, Bitterkeit und Schärfe in einem ausgewogenen, harmonischen Verhältnis, dass es eine Wonne ist – in der Nase, auf der Zunge, am Gaumen und auf den Speisen.

Ein Olivenbaum-Überlebenskünstler über unserer Solaranlage
Ein Olivenbaum-Überlebenskünstler über unserer Solaranlage.

Übrigens hatten wir Mitte Februar Besuch von unserem Erdinger Lebensmittelkontrolleur. Er war rundherum zufrieden – mit unserem Etikett (nun inkl. Nährwertangaben) und der Sauberkeit unseres Abfüllkellers.

Nebenbei erzählt er mir, dass er eine Fortbildung zum Thema Lebensmittelfälschung gehabt hat: Inzwischen wird mit gefälschten Lebensmitteln mehr Geld verdient als mit Drogen! Und Olivenöl ist leider ein sehr begehrtes Produkt für Panschereien.

Wie sind wir doch dankbar, dass wir wissen, wo unser Olio Piceno herkommt! Grazie Tiziano, Bruno, Giacomo, Toni e Stefano. E grazie a dio!