Allgemein, Olivenöl

Olivenöl-Erntedankfest 12. November Erding und Olivenölschule 2018 Berlin und München

Bei unserem letzten Olivenölschul-Abend in München im Kochstudio „Koch Dich glücklich!“ hatten wir sooooo nette Gäste, die wunderbar mitgekocht haben und absolute Genießer waren. Und das, obwohl am selben Tag das Oktoberfest angefangen hat!

"Lehrer" Michael erläutert, wie man gutes von schlechtem Olivenöl unterscheiden kann.
„Lehrer“ Michael erläutert, wie man gutes von schlechtem Olivenöl unterscheiden kann.

Das schönste Kompliment: „Nach dem tollen Artikel im IN München lag die Latte ja schon hoch, aber Ihr habt das noch übertroffen!“. Erstmals hat uns unsere Erdinger Haushaltshilfen-Perle Nurten unterstützt, die mit dem Kommentar „Ich bin halt eine türkische Hausfrau“ unsere Komplimente dann doch gern gehört hat.

Nun freuen wir uns auf die Olivenernte, die dieses Jahr wegen der klimatischen Bedingungen sehr früh sein wird, nämlich 2./3. Oktober. Grund: Der Sommer war zu heiß, die Oliven drohten fast zu vertrocknen. Positiver Effekt: Die Olivenfliege war schachmatt. Nun hat es endlich in den Marken geregnet, was den Oliven sehr gut tut. Negativer Effekt: Auch die Olivenfliege atmet auf und startet ihre Reproduktion sprich Zerstörung der Oliven. Um dem zuvorzukommen, holen wir die noch grünen Oliven lieber früher vom Baum. Dadurch erwarten wir zwar einen geringeren Ertrag von nur ca. 10 statt sonst 12-15 Prozent. Aber die gesunden Polyphenole sind im grünen, früh produzierten Olivenöl noch höher!

Heidi und Michael - wir sind gerne Gastgeber!
Heidi und Michael – wir sind gerne Gastgeber!

Wir werden also schon Mitte Oktober wieder in Bayern sein und die ersten Flaschen abfüllen. Denn wir planen dieses Jahr zwei Olivenöl-Erntedankfeste: Erstmals wollen wir auch unsere Berliner Freunde und Kunden mit superfrischem Olivenöl beglücken und laden am Sonntag, 29. Oktober, von 12 bis 17 Uhr in unsere Wohnung in Schöneberg zur Verkostung. 

Größer und opulenter wird das 6. Olivenöl-Erntedankfest im schönen Rittersaal von Schloss Aufhausen am Sonntag, 12. November, von 12 bis 17 Uhr. Da haben wir wieder unsere Aceto Balsamico-Freunde Bianca und Uli zu Gast, unseren Limonolio-Trüffel-Spezialisten Ireneo, unsere Freundin Claudia mit Tüchern und Taschen – und erstmals die Keramikerin Franziska Schnauder-Sanke aus dem fränkischen Thurnau, die ihre schönen Teller, Schalen und Schüsseln mitbringt, u. a. mit Oliven- und Zitronen-Motiven! Der Eintritt kostet hier 5 Euro, dafür gibt es aber auch viele kulinarische Genüsse (Schinken, Porchetta, Linsen, Pasta mit Tomatensugo, Feigen-Crostata, Wein uvm.).

All diese handwerklich hergestellten kulinarischen Köstlichkeiten gibt es bei uns.
All diese handwerklich hergestellten kulinarischen Köstlichkeiten gibt es bei uns.

Eine Woche später sind wir einen Abend im Chiemgau privat gebucht (Geburtstagsgeschenk der Familie für einen 60er!), was uns sehr freut. Mein lieber Mann Michael muss sich zwar wieder einmal auf eine neue Küche einstellen, aber da sind wir inzwischen ganz flexibel. Ich backe ja mit den Teilnehmern immer einen Rührteig-Biskuitkuchen mit Olivenöl und Vino Cotto und bin jedes Mal erstaunt, wie unterschiedlich Backöfen sein können….

Unsere Olivenölschul-Termine 2018 stehen auf dieser Seite in einem eigenen Menüpunkt, aber ich gebe sie hier mal geballt bekannt: Einen Termin haben wir wieder in Berlin in der Bio-Kochschule Friedrich, und zwar im Gedenken an meine liebe, erst kürzlich verstorbene Mama, die Anfang 2017 noch dabei war und am 19. Februar 90 Jahre alt geworden wäre. Termin für 89 Euro: Samstag, 17. Februar 2018.

In München bei „Koch Dich glücklich!“ bieten wir drei Termine gleich Anfang des Jahres an, damit möglichst viele Menschen in den Genuss des frischen Olivenöls kommen können: Donnerstag, 25. Januar, Samstag, 24. März, und Samstag, 28. April. Jeweils von 18-22 (eher 23 Uhr) für 99 Euro. Buchungen über uns: info@oliopiceno.de.

Demnächst werden wir an dieser Stelle natürlich von der Olivenernte in den Marken berichten. Unsere starken Helfer/innen stehen schon parat und freuen sich auf dieses anstrengende, aber wunderschöne Gemeinschaftserlebnis. Und wer immer ganz aktuell sehen will, was wir wo machen, der schaue doch mal auf Facebook unter Olio Piceno.

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Seife, Slow, Schnitt, Schloss, Schule – facciamo una S, ein S aus Olivenöl in der Suppe

Ein S aus Olivenöl in der Suppe? Ja, so lernen es die Kinder in Italien, um ihre ribollita, diesen Bohnen-Gemüse-Brot-Eintopf, geschmacklich zu verfeinern! „Facciamo una S„. Ein idealer Einstieg für unsere Olivenölschule, bei der es ja auch darum geht, praktisch zu erleben, wie Olivenöl verschiedenen Gerichten (wir kochen ein 4-Gänge-Menü!) den letzten Kick zu geben. Am 25. Mai geht`s in München im Kochstudio Bilou los, man kann uns aber auch buchen!

Seit ein paar Tagen sind wir wieder aus den Marken zurück und haben diesmal nur leichtes Gepäck dabei gehabt: Olivenöl-Seife! Nachdem ich ein Stück von Biolalou mal an meine liebe Freundin Susanne verschenkt habe und diese ganz begeistert war („Endlich etwas für meine empfindliche Haut!“), habe ich Kontakt mit der Herstellerin in Osimo aufgenommen und gleich 12 Stück gekauft. Wir trafen uns in unserer neuen Enoteca in Cupra Marittima, und da hat mir Rita erzählt, dass sie eigentlich Opernsängerin ist, aber nun seit einigen Jahren ihre Leidenschaft für Naturprodukte zum zweiten Standbein gemacht hat, nachdem es mit der Kultur in Italien gerade nicht so prickelnd läuft.

Bio, vegan, anti-aging: handgefertigte Olivenöl-Seife
Bio, vegan, anti-aging: handgefertigte Olivenöl-Seife aus den Marken

All ihre Seifen sind handgemacht, bio und vegan! Kommen also ohne Rindertalg aus oder was sonst so zu Seife verarbeitet wird… Unsere ist mit ätherischen Ingwer- und Zimtölen verfeinert. In meinem Buch „Oliven – Eine Liebeserklärung an den Süden“ gibt es auch ein Kapitel mit Geschenktipps, in dem ich die Vorteile von Seife aus Olivenöl beschreibe. Ich zitiere mich mal selbst: „Olivenöl ist ideal für die Haut: Es enthält sehr viel Vitamin E, das die Haut mit Sauerstoff versorgt und dadurch ihren Alterungsprozess (Faltenbildung!) verlangsamt. Das Oleuropein im Olivenöl regt die Zellerneuerung an, und das Enzym Elastase sorgt für Spannkraft. Olivenseife reinigt ohne auszutrocknen, weil ihre Inhaltsstoffe den Fettmantel der Haut aufbauen.“ Positiver Nebeneffekt: Wir sparen Plastik, weil wir in Zukunft auf Duschgele verzichten!

Ansonsten waren wir nicht ganz so vegan unterwegs, weil wir unsere Freundin Rozsika Farkas u. a. zu den weißen marchigianischen Rindern geführt haben und danach in unseren Lieblings-Agriturismo La Contrada bei Grottammare, wo dieses köstliche Rindfleisch auf dem Lavastein nur mit Meersalz serviert wird.

Das weiße marchigianische Rind darf draußen weiden.
Das weiße marchigianische Rind darf draußen weiden.

Nachzulesen wird das alles im Mai-Heft des Slow Food-Magazins sein, weil unsere Tour, u. a. auch durch die Weingüter Le Caniette und Oasi degli Angeli (ja, Engelsoase!), Stoff für einen Artikel über die Marken war. Berichtet habe ich darüber auch auf Facebook, denn ja, wegen unserer Olivenölschule by Olio Piceno  habe ich nun meine Abneigung überwunden und bin recht begeistert, was ich dort so erfahre.

Natürlich waren wir auch wegen unserer Olivenbäume in den Marken, die von Giacomo und Valerio ihren letzten Schnitt bekommen haben. Die beiden haben ja einen „Corso di potatura“, einen Baumschnitt-Kurs besucht und sind nun überzeugte Anhänger des modernen Schnitts „vaso policonico“, was so viel wie mehrkegeliges Gefäß bedeutet. Sinn des Ganzen: mehr Luft und Licht für den Baum, damit hoffentlich mehr Früchte und einen höheren, gleichmäßigen Ertrag.

Der 19-jährige Valerio hat den richtigen Baumschnitt gerade gelernt.
Der 19-jährige Valerio hat den richtigen Baumschnitt gerade gelernt.

Wichtiger Nebeneffekt: Beschnittene Bäume sind leichter zu ernten. Jetzt kann die Baumblüte kommen! Wussten Sie übrigens, dass 100 Blüten nur eine bis drei Oliven ergeben? Und um gleich noch eine immer wiederkehrende Frage zu beantworten: Wenn ein Baum 100 kg Oliven liefert, dann ist das sehr sehr viel! Oft sind es nur 20 bis 40 kg. Und der Olivenöl-Ertrag ist im Schnitt 10 bis 15 Prozent, d. h. dass ein Baum nur zwei bis höchstens 15 Liter Olivenöl liefert!

Im Hinblick auf den Start unserer Olivenölschule am 25. Mai sind wir selbst dabei, unsere Geschmacksnerven weiterhin zu schulen. Allen Teilnehmern können wir jetzt schon verraten: Für die Degustation haben wir uns in Unkosten gestürzt und ein absolut rares Produkt gekauft, nämlich ein im August (!) produziertes Olivenöl! Wer so früh erntet wie Marco und Eleonora, der weiß, dass er nur einen Ertrag von drei Prozent (!) erzielt, aber damit ein grasgrünes Olivenöl, das nur so vor gesunden Polyphenolen und Antioxidantien strotzt! Außerdem haben wir den spanischen Sieger des Stiftung Warentests gekauft, der übrigens doppelt so teuer ist wie unser eigenes Olivenöl, und festgestellt: schrecklich bitter! Da fehlt unserer Meinung nach absolut die Harmonie aus Fruchtigkeit, Bitterkeit und Schärfe, die ein sensorisch gutes Olivenöl ausmachen sollte. Aber das können Sie alles selbst beurteilen lernen! Wir freuen uns auf Ihre Anmeldungen – s. auch unser Menü-Punkt zur Olivenölschule.

Und nicht vergessen: Am Samstag, 23. April, halten Michael und ich um 15 Uhr einen Olivenöl-Vortrag auf dem Gartenfest Schloss Amerang (im schönen Lambergsaal) – natürlich auch inklusive Degustation.

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Höllenlärm – und kein Live-Olivenöl. Aber wir haben welches!

Es hörte sich so schön an: Eine mobile Olivenölpresse kann in Deutschland frisches Olivenöl pressen, und das mit eingefrorenen Oliven. Geht das tatsächlich? Nein, wir müssen alle weiterhin nach Italien reisen, um dieses Erlebnis zu genießen! Tatsächlich planen das nun einige der Teilnehmer unseres ersten Olivenöl-Workshops am 15. März im Golfclub München Eichenried. Sie trugen es mit Fassung, dass die einen Höllenlärm machende Presse in kühlen bayerischen Gefilden einfach nicht das machen wollte, was sie sollte: Olivenöl ausspucken. Immerhin sah man den Knetvorgang des Olivenbreis in extenso – und erfuhr von Bio-Olivenbauer Tiziano Aleandri viel Wissenswertes über Olivenöl extra vergine.

Tiziano, links, und Benedetto an der mobilen Olivenpresse
Tiziano, links, und Benedetto an der mobilen Olivenpresse

Völlig neu für die Teilnehmer war die Tatsache, wie viel Pflege so ein Olivenbaum benötigt – und wie die Arbeit eines ganzen Jahres innerhalb einer halben Stunde bei falscher Behandlung in der Olivenmühle zunichte gemacht werden kann. Dies geschieht vor allem bei zu hoher Temperatur, denn Hitze über 27 Grad zerstört die Fruchtnoten, die wichtigen Polyphenole und Antioxidantien. Sorgfältig hergestelltes Olivenöl, das den Zusatz „extra vergine“ oder „nativ extra“ wirklich verdient, wird kalt extrahiert, wobei „kalt“ tatsächlich „unter 27 Grad“ bedeutet. Der Fehler, den geschulte Verkoster gleich riechen und schmecken heißt „riscaldo„, übersetzt Erhitzung.

Auch wir testeten mit unseren Workshop-Teilnehmern in einem Blindtest vier verschiedene Olivenöle. Eines hatte Tiziano ganz normal im Rewe-Supermarkt von Moosinning gekauft, eines hatte er vom Schwiegervater seines ihn begleitenden Freundes Benedetto mitgebracht, zwei waren von ihm selbst – und zwar „monovarietà„, also sortenreine Öle, von den spät, d. h. Mitte bis Ende November geernteten Olivensorten Piantone di Mogliano und Coroncina. Wir hatten vier durchnummerierte, nur zu einem Drittel gefüllte kleine Plastikgläser vor uns und erwärmten sie in unseren Händen, wobei wir mit einer Hand das Probierglas zudeckten. Dann, nur wenige Sekunden, lüfteten wir die Deckel-Hand und schnupperten: Was uns da entgegen schlug, war im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend. Nummer 1: roch fürchterlich, ölig, nichtssagend – durchgefallen (Supermarkt); Nummer 2: roch streng, fast muffig, irgendwie stichig – durchgefallen (der Schwiegervater geht noch in die alte Steinmühle, bei der das Olivenöl viel zu viel Kontakt mit seinem Feind, der Luft, hat); Nummer 3: wow, was für fruchtige Noten, endlich, Oliven-Geruch!; Nummer 4: ebenso. Klar: 3 und 4 waren Tizianos Bio-Olivenöle.

Nummer 1 und 2 ließen wir gar nicht in unsere Gaumen – ungenießbar, sie dürften eigentlich auf keinen Fall als extra vergine verkauft werden. Leider ist die gängige Praxis eine andere. Sie erfüllen von den chemischen Analysen her meist sogar alle vom International Olive Council in Madrid festgelegten Kriterien. Aber sie fallen durch alle sensorischen Prüfungen – wie unsere eigentlich ungeschulten Riechorgane zweifelsfrei herausgerochen haben. Nummer 3 und 4 ließen wir in unsere Münder und Kehlen: Erst wurde zwischen den Zähnen geschlürft („strippaggio“ nennt man das), um die weiteren Fruchtnoten wie Mandeln oder Artischocke herauszuschmecken, erst danach wurde geschluckt – und da merkt man dann das Bittere und Scharfe, die untrüglichen Qualitätszeichen für hochwertiges Olivenöl.

Wie gut so ein Olivenöl über Pasta schmeckt, erfuhren die Teilnehmer beim anschließenden Essen mit Linguine aus dem Urweizen Khorosan von unserem Bio-Bauern Bruno Amurri und „Rosso Bello„-Rotwein vom Weingut Le Caniette in Ripatransone, dem Ort, auf den wir von unserem Haus aus schauen. Zuvor gab es Olive Ascolane von Tizianos Cousin, der bei Offida eine Metzgerei hat. Diese dicken, großen, grünen Oliven aus der Region Ascoli Piceno werden entkernt und gefüllt mit einer Farce aus gemischtem Hackfleisch (Rind, Kalb und Huhn), gewürzt mit Parmesan, Ei, Muskatnuss, Pfeffer und Salz. Anschließend paniert man sie in einer Mehl-Ei-Mischung und frittiert sie in Olivenöl. Die Ascolane werden kurz in Olivenöl erhitzt und als (sehr sättigende) Vorspeise gegessen, gern auch auf Märkten wie Maroni in der Tüte.

Übrigens räumten Tiziano und wir gleich mit dem Vorurteil auf, dass Olivenöl nicht so hoch erhitzt werden darf. In Wahrheit ist es das hitzebeständigste Öl und ist ideal zum Braten bis 180 Grad! Die Mähr, dass man nur so genanntes neutrales Öl zum Braten nehmen darf, weil sonst das gebratene Steak nach Olivenöl schmeckt, sollte endgültig aus den Köpfen verbannt werden. Sie ist ebenso falsch wie die ewig perpetuierte Falschaussage, dass Spinat einen besonders hohen Eisengehalt hat. Humbug.

Diese und weitere wichtige Erkenntnisse werden Michael und ich übrigens noch einmal öffentlich verkünden: Am Samstag, 26. April, beim Gartenfest auf Schloss Amerang. Auch da werden wir verschiedene Olivenöle gemeinsam degustieren.

Eine mobile Olivenölpresse werden wir da aber nicht dabei haben! Trotzdem: Wir sind um einige Erfahrungen reicher – und Tiziano und Benedetto haben wir ihren ersten Besuch in Deutschland ermöglicht! Sie genossen Erdinger Weißbier, Schweinsbraten mit Knödeln und Blaukraut und in München Augustiner Bier, mit dem die Enttäuschung über die nicht-funktionierende Olivenpresse heruntergespült wurde. Woran es letztendlich lag? Keine Ahnung. Oliven sind eben ein eigenwilliges Naturprodukt der Mittelmeerländer. Und wir reisen ja auch gern dorthin, um vor Ort weiterhin von so gewissenhaften Bio-Olivenbauern wie Tiziano oder Bruno zu lernen und sie zu unterstützen. Von beiden haben wir übrigens gerade Olivenöl im Verkauf: Tizianos mildes, sortenreines der Sorte Piantone di Mogliano und Brunos etwas schärferes Blend aus Sargano und Carboncella. Wer vergleichen mag: Wir verschicken gern ein Doppelpack!

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Genussvolle Olivenernte 2013 – superfrisches Olivenöl zu bestellen!

„Mmh, total lecker, noch nie so frisches Olivenöl gekostet!“ – So und ähnlich hörten sich die begeisterten Ausrufe unserer 95 Gäste an, die am 10. November zum ersten „Olivenöl-Erntedankfest“ nach Schloss Aufhausen bei Erding gekommen sind. „Dank“ des schlechten Wetters kamen auch viele Outdoor-Sportler (Golfer, Wanderer), dazu zahlreiche meiner Indoor-Bridge-Damen, viele Kunden – sogar aus Oberaudorf (!) – und Freunde inklusive Ex-Ehepartner. Mein Ex-Mann hat die Kasse gehütet, Michaels Ex-Frau hat tatkräftig beim Abfüllen des Olivenöls aus den 3 x 50 Liter-Kanistern geholfen. Danke auch allen weiteren Helfern in der Küche, beim Auf- und Abbau etc.

Wer da war, hat unseren Film von der Olivenernte im Oktober 2013 schon gesehen. Hier der Link dazu: Olio Piceno – Olivenernte 2013

Erstmals waren wir vier Wochen, den ganzen Oktober, in unserer Casa und haben wieder viel dazugelernt über richtig gutes Olivenöl.  Unsere eigenen Olivenbäume waren leider von der Olivenfliege befallen. Das Bio-Mittel hat unser Nachbar dummerweise falsch angewendet (er hätte 1 Liter Mittel auf 4 Liter Wasser verdünnen sollen, hat aber das dort übliche Maß von „quintali“, d. h. 100 Liter genommen!). Über das so verdünnte, leckere Zuckerwasser hat sich die Olivenfliege offensichtlich besonders gefreut. Nun ja, Lehrgeld eben. Das wenige Olivenöl, das uns geblieben ist (letztes Jahr 128 Liter, dieses Jahr 28 Liter!) verbrauchen wir lieber selbst, denn durch den Befall ist es auch eher minderwertig. Also mussten wir uns verstärkt nach Alternativen umsehen, um die steigende Nachfrage unserer Olivenöl-Kunden befriedigen zu können.

Hier die Ergebnisse unserer nachbarschaftlichen Ausflüge:

1) 50 Liter-Kanister von Bruno Acciarri, grasgrün, sehr früh geerntet. Sein Olivenöl kam beim Olivenöl-Fest besonders gut an. Klar, das Auge isst mit! Er hat seine Olivenbäume gegenüber von uns, unterhalb von Ripatransone. Von ihm haben wir unsere neu gepflanzten Olivenbäume gekauft, inzwischen 30, u. a. von der sehr schmackhaften und in den Marken eher seltenen Sorte Carboncella. Mit Bruno II (es gibt ja noch Bruno Amurri) haben wir weitere Lieferungen vereinbart.

2) 50 Liter-Kanister von Giacomo Paci, unser Nachbar in Massignano, dessen 70 Olivenbäume am Hang über uns stehen. Hier hat Giacomo nicht gesprüht, so dass die Olivenfliege sich auf unsere „Zucker-Bäume“ konzentriert hat. Seine Bäume stehen in sehr steilem Gelände, so dass Schuhe mit Profilsohlen auf den ohnehin rutschigen Netzen unbedingt nötig sind. Meine 85-jährige Mama, die tatkräftig mitgeholfen hat, musste in ihren Turnschuhen öfter mal einen Ast als „Rettungsanker“ bemühen. Glücklicherweise gibt es immer nach unten hängende Zweige, die für das „Fußvolk“ ideal zum Ernten mit den Handkämmen sind, während die Herren der Schöpfung mit dem elektrischen Flatter-Kamm ihre Muskelkraft beweisen können, wenn sie das zwei Meter hohe Teil nach oben stemmen. Mein lieber Mann Michael war selten so fit und hat die scherzhafte Idee geboren, aus der Olivenernte doch ein Fitness-Franchise-Konzept zu machen….

Noch eine Anmerkung zum Paci-Olivenöl: Wir haben mit der Ernte von dem selben Hang zwei verschiedene Olivenmühlen ausprobiert und werden nun endgültig unserem bisherigen Frantoio Marconi untreu. Unser „Neuer“, Agostini bei Petritoli, hat sämtliche Blindverkostungen, die wir gemacht haben, mit Abstand gewonnen. Danke Tony und danke Tiziano, für Eure geschulten Zungen und Rachen! Der Fehler, der bei Marconi passiert, nennt sich „riscaldo“ = zu hohe Erhitzung des Olivenöls. Dadurch werden die wertvollen Polyphenole und Antioxidantien mehr als nötig zerstört. Ausnahme ist hier Bruno Acciarri, der mit seiner Ernte jeden Tag zu Marconi fährt, und dort offensichtlich gute Ergebnisse erzielt. Denn auch sein Olivenöl ist „extra vergine“.

3) 50 Liter-Kanister von Bruno Amurri, unserem bewährten Bio-Bauern bei Petritoli, der auch herrliche Kamut-Khorasan-Pasta herstellt. Bei ihm habe ich einen Tag bei der Olivenernte geholfen. Er erntet die Oliven von seinen 650 Bäumen einen Monat lang absolut tiefenentspannt zu dritt! Zwei junge Männer, ein rumänischer Bauer und ein kongolesischer Immigrant, helfen ihm mit der schweren Arbeit an zwei elektrischen Ernte-Kämmen und kraxeln damit sogar in die Bäume. Er selbst, ca. 70 Jahre alt, erntet vom Boden alle tiefer hängenden Äste ab und gibt in seiner leisen Art Anweisungen. Ich kann nur sagen: Trotz aller Anstrengungen hat die Olivenernte auch etwas Meditatives! Beim gemeinsamen gesunden Mittagessen mit Hirse (!), Khorosan-Pasta (natürlich nur mit frischem Olivenöl darüber!) und eigenem Lammbraten stärkt man sich dann für den Nachmittag, bevor es allabendlich zur Olivenmühle geht, wo es weniger romantisch als laut ist.

Von diesen 150 Litern sind nach unserem Fest und allen Bestellungen nur noch ca. 30 Liter übrig geblieben (Stand 20. November). Also bitte sputen, wer immer noch vor Weihnachten (Geschenk!) etwas von diesem superfrischen Olivenöl haben möchte. Über Silvester sind wir wieder in den Marken und bringen Mitte Januar 50 Liter von unserem zweiten Nachbarn, Bio-Bauer Tony Germani, mit. Er und Bruno Amurri sind befreundet und konkurrieren immer im besten Sinne um die Auszeichnungen, die ihre Olivenöle alljährlich einheimsen. Davon zu gegebener Zeit mehr.

Noch ein Tipp zum Schluss: Ich habe sehr schöne Geschenke-Körbe mit Produkten aus den Marken gemacht. Darin enthalten: Olivenöl, Rotwein Rosso Piceno, Süßwein Vino Cotto, Pasta aus Campofilone, superscharfe Peperoni-Soße, Berglinsen aus Castelluccio, schwarze Kichererbsen, Feigen-Marmelade, Limoncello und Cantuccini – alles handgefertigt, entweder von uns oder von kleinen Nachbarbetrieben. Der Korb kostet 75 Euro und kann bei uns abgeholt werden. Am besten eine e-mail schreiben an: info@oliopiceno.de. Bei besonders netten e-mails liefern wir auch!