Allgemein, Olivenöl

Neujahrsgrüße aus den eingeschneiten Marken

Liebe Leser dieses Blogs, ich hoffe, Sie sind alle gut ins neue Jahr 2017 gekommen! Wir haben den Jahreswechsel traditionell in unserem Haus in den Marken verbracht und freuen uns gerade über den ersten Schnee den wir hier erleben! Wir freuen uns deshalb, weil mit einer längeren Bodenfrost-Periode die Chance steigt, dass die Larven der Olivenfliege nicht überleben.

Ausblick aus unserer Casa auf einen leicht eingezuckerten Olivenbaum
Ausblick aus unserer Casa auf einen leicht eingezuckerten Olivenbaum

Und das wäre eine wichtige Voraussetzung für eine endlich mal wieder sehr gute Ernte 2017. Denn das inzwischen zu milde und zu feuchte Klima begünstigt leider die Vermehrung dieses Schädlings, der sich genüsslich in die dicksten Oliven frisst und sie in Nullkommanix verdirbt.

Wir nutzen unseren Aufenthalt hier natürlich auch, um Nachschub zu holen. Da wären zunächst die Berglinsen aus Castelluccio, deren Erlös wieder komplett an eine Familie geht, die Opfer des Erdbebens am 26. Oktober 2016 geworden ist. Unsere Lieferantin selbst wohnt gerade in einem Hotelzimmer in San Benedetto, weil ihr Haus im Hinterland unbewohnbar ist. (500 g-Beutel à 7,50 Euro). Dann hat unser Nachbar Tony wieder seine außergewöhnlichen schwarzen Kichererbsen gebracht, die hervorragend als Salat z. B. schmecken. Wer bei unserem Olivenölfest im November war, hat sie kosten können. (500 g-Beutel für 5,50 Euro).

Bei unserem liebsten Weingut Le Caniette haben wir wieder Kisten Rosso Bello eingekauft (auch für unsere Olivenölschul-Abende) und bei ihm auch gleich die eingelegten Olive Ascolane von Gregori im Glas geholt. Die frischen gefüllten und panierten Olive Ascolane, die in Olivenöl gebraten eine hervorragende Vorspeise sind, werden wir nächste Woche kurz vor unserer Abfahrt frisch von unserer Metzgerin Carolina holen. Die erste 25 Stück-Packung ist schon vorbestellt (eingeschweißt und gut zum Einfrieren geeignet).

Bruno Acciarri hat uns schon 20 Flaschen seines scharfen Peperoncino-Öls vorbereitet, und Ireneo Tucci hat wieder sein Limonolio produziert. Herrlich dieses Zitronen-Aroma auf Fisch, Salaten und in Apfelkuchen-Streuseln! Apropos Olivenöl: Hier holen wir unseren Nachschub von Tiziano und Bruno Amurri Anfang nächster Woche, wenn die Schneefälle hoffentlich dann doch etwas nachlassen. Denn im hügeligen Hinterland liegt weitaus mehr Schnee als bei uns in Meeresnähe. Wer weiß, wie die Marchegiani im Schnee auf ihren nicht immer sehr guten Straßen Kurven fahren, der bleibt erst einmal lieber zu Hause…. Von Bruno bringen wir auch wieder die außergewöhnlichen Pasta-Sorten mit (Spaghetti und Linguine aus dem Urweizen Khorosan Saragolla Turchesco, Eiernudeln mit „antiken“, fast vergessenen Getreidesorten).

Dann treffen wir noch Rita, die extra für uns eine biologisch-vegane Olivenölseife in Wellenform produziert. So hautfreundlich hat man sich noch nie verwöhnt! In unseren Vorratsschränken hier haben wir auch tatsächlich noch einige Gläser Feigen-, Zitronen- und Orangen-Marmelade gefunden, die wir mit nach Erding nehmen. Und dann werden wir kurz vor unserer Abfahrt unsere Orangen ernten – um jeden Morgen Saft zu pressen, aber sie auch wieder zu Orangen-Marmelade zu verarbeiten. Der momentane Frost beschert den Blutorangen angeblich den letzten roten Kick! Wir sind gespannt….

Ein bisschen früh haben sich Anfang Januar die Mimosen herausgewagt...
Ein bisschen früh haben sich Anfang Januar die Mimosen herausgewagt…

Abschließend noch ein paar Neuigkeiten zu unseren Olivenölschul-Abenden 2017: Am 21. Januar in Berlin und am 17. März in München sind wir mit jeweils 12 Teilnehmern bereits ausgebucht. Das freut uns sehr! Plätze gibt es noch im Münchner Kochstudio „Koch Dich glücklich!“ am 6. April und 12. Mai 2017. Neu ist ein Abend in Erding am Freitag, 3. März, bei Küche & Co. Dazu wird Gerd Rippl die Weine aus seinem Erdinger Popup-Weinstore „Salettl“ kredenzen. Ende März wird das Gebäude in der Zollnerstraße 2 nämlich abgerissen. Gern nehmen wir Anfragen oder Buchungen entgegen unter info@oliopiceno.de.

Auf diesem Weg wünschen wir allen Lesern mit den abgebildeten sonnengelben Mimosen ein gesundes Jahr 2017! Bei einer Ernährung mit unserem ehrlichen Olivenöl kann da ja eigentlich nichts schiefgehen!

Allgemein, Olivenöl

Höllenlärm – und kein Live-Olivenöl. Aber wir haben welches!

Es hörte sich so schön an: Eine mobile Olivenölpresse kann in Deutschland frisches Olivenöl pressen, und das mit eingefrorenen Oliven. Geht das tatsächlich? Nein, wir müssen alle weiterhin nach Italien reisen, um dieses Erlebnis zu genießen! Tatsächlich planen das nun einige der Teilnehmer unseres ersten Olivenöl-Workshops am 15. März im Golfclub München Eichenried. Sie trugen es mit Fassung, dass die einen Höllenlärm machende Presse in kühlen bayerischen Gefilden einfach nicht das machen wollte, was sie sollte: Olivenöl ausspucken. Immerhin sah man den Knetvorgang des Olivenbreis in extenso – und erfuhr von Bio-Olivenbauer Tiziano Aleandri viel Wissenswertes über Olivenöl extra vergine.

Tiziano, links, und Benedetto an der mobilen Olivenpresse
Tiziano, links, und Benedetto an der mobilen Olivenpresse

Völlig neu für die Teilnehmer war die Tatsache, wie viel Pflege so ein Olivenbaum benötigt – und wie die Arbeit eines ganzen Jahres innerhalb einer halben Stunde bei falscher Behandlung in der Olivenmühle zunichte gemacht werden kann. Dies geschieht vor allem bei zu hoher Temperatur, denn Hitze über 27 Grad zerstört die Fruchtnoten, die wichtigen Polyphenole und Antioxidantien. Sorgfältig hergestelltes Olivenöl, das den Zusatz „extra vergine“ oder „nativ extra“ wirklich verdient, wird kalt extrahiert, wobei „kalt“ tatsächlich „unter 27 Grad“ bedeutet. Der Fehler, den geschulte Verkoster gleich riechen und schmecken heißt „riscaldo„, übersetzt Erhitzung.

Auch wir testeten mit unseren Workshop-Teilnehmern in einem Blindtest vier verschiedene Olivenöle. Eines hatte Tiziano ganz normal im Rewe-Supermarkt von Moosinning gekauft, eines hatte er vom Schwiegervater seines ihn begleitenden Freundes Benedetto mitgebracht, zwei waren von ihm selbst – und zwar „monovarietà„, also sortenreine Öle, von den spät, d. h. Mitte bis Ende November geernteten Olivensorten Piantone di Mogliano und Coroncina. Wir hatten vier durchnummerierte, nur zu einem Drittel gefüllte kleine Plastikgläser vor uns und erwärmten sie in unseren Händen, wobei wir mit einer Hand das Probierglas zudeckten. Dann, nur wenige Sekunden, lüfteten wir die Deckel-Hand und schnupperten: Was uns da entgegen schlug, war im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend. Nummer 1: roch fürchterlich, ölig, nichtssagend – durchgefallen (Supermarkt); Nummer 2: roch streng, fast muffig, irgendwie stichig – durchgefallen (der Schwiegervater geht noch in die alte Steinmühle, bei der das Olivenöl viel zu viel Kontakt mit seinem Feind, der Luft, hat); Nummer 3: wow, was für fruchtige Noten, endlich, Oliven-Geruch!; Nummer 4: ebenso. Klar: 3 und 4 waren Tizianos Bio-Olivenöle.

Nummer 1 und 2 ließen wir gar nicht in unsere Gaumen – ungenießbar, sie dürften eigentlich auf keinen Fall als extra vergine verkauft werden. Leider ist die gängige Praxis eine andere. Sie erfüllen von den chemischen Analysen her meist sogar alle vom International Olive Council in Madrid festgelegten Kriterien. Aber sie fallen durch alle sensorischen Prüfungen – wie unsere eigentlich ungeschulten Riechorgane zweifelsfrei herausgerochen haben. Nummer 3 und 4 ließen wir in unsere Münder und Kehlen: Erst wurde zwischen den Zähnen geschlürft („strippaggio“ nennt man das), um die weiteren Fruchtnoten wie Mandeln oder Artischocke herauszuschmecken, erst danach wurde geschluckt – und da merkt man dann das Bittere und Scharfe, die untrüglichen Qualitätszeichen für hochwertiges Olivenöl.

Wie gut so ein Olivenöl über Pasta schmeckt, erfuhren die Teilnehmer beim anschließenden Essen mit Linguine aus dem Urweizen Khorosan von unserem Bio-Bauern Bruno Amurri und „Rosso Bello„-Rotwein vom Weingut Le Caniette in Ripatransone, dem Ort, auf den wir von unserem Haus aus schauen. Zuvor gab es Olive Ascolane von Tizianos Cousin, der bei Offida eine Metzgerei hat. Diese dicken, großen, grünen Oliven aus der Region Ascoli Piceno werden entkernt und gefüllt mit einer Farce aus gemischtem Hackfleisch (Rind, Kalb und Huhn), gewürzt mit Parmesan, Ei, Muskatnuss, Pfeffer und Salz. Anschließend paniert man sie in einer Mehl-Ei-Mischung und frittiert sie in Olivenöl. Die Ascolane werden kurz in Olivenöl erhitzt und als (sehr sättigende) Vorspeise gegessen, gern auch auf Märkten wie Maroni in der Tüte.

Übrigens räumten Tiziano und wir gleich mit dem Vorurteil auf, dass Olivenöl nicht so hoch erhitzt werden darf. In Wahrheit ist es das hitzebeständigste Öl und ist ideal zum Braten bis 180 Grad! Die Mähr, dass man nur so genanntes neutrales Öl zum Braten nehmen darf, weil sonst das gebratene Steak nach Olivenöl schmeckt, sollte endgültig aus den Köpfen verbannt werden. Sie ist ebenso falsch wie die ewig perpetuierte Falschaussage, dass Spinat einen besonders hohen Eisengehalt hat. Humbug.

Diese und weitere wichtige Erkenntnisse werden Michael und ich übrigens noch einmal öffentlich verkünden: Am Samstag, 26. April, beim Gartenfest auf Schloss Amerang. Auch da werden wir verschiedene Olivenöle gemeinsam degustieren.

Eine mobile Olivenölpresse werden wir da aber nicht dabei haben! Trotzdem: Wir sind um einige Erfahrungen reicher – und Tiziano und Benedetto haben wir ihren ersten Besuch in Deutschland ermöglicht! Sie genossen Erdinger Weißbier, Schweinsbraten mit Knödeln und Blaukraut und in München Augustiner Bier, mit dem die Enttäuschung über die nicht-funktionierende Olivenpresse heruntergespült wurde. Woran es letztendlich lag? Keine Ahnung. Oliven sind eben ein eigenwilliges Naturprodukt der Mittelmeerländer. Und wir reisen ja auch gern dorthin, um vor Ort weiterhin von so gewissenhaften Bio-Olivenbauern wie Tiziano oder Bruno zu lernen und sie zu unterstützen. Von beiden haben wir übrigens gerade Olivenöl im Verkauf: Tizianos mildes, sortenreines der Sorte Piantone di Mogliano und Brunos etwas schärferes Blend aus Sargano und Carboncella. Wer vergleichen mag: Wir verschicken gern ein Doppelpack!

Allgemein, Olivenöl

Olivenöl-Erntedankfest am 10. November auf Schloss Aufhausen

Liebe Besucher dieser Homepage,

dies ist eine öffentliche Einladung zu unserem 1. Olivenöl-Erntedankfest am Sonntag, 10. November, von 12 bis 17 Uhr auf Schloss Aufhausen bei Erding. Im schönen Rittersaal bringen wir allen Freunden des Olio Piceno das ganz frisch geerntete Olivenöl 2013 zum Kosten mit. Denn gerade sind wir in unserem Zweitdomizil in den mittelitalienischen Marken und schauen den Oliven beim Wachsen zu, d. h. wir warten den idealen Zeitpunkt für die Olivenernte ab. Am 4. November sind wir wieder in Bayern, lassen das Öl ein paar Tage in den großen Edelstahlbehältern zur Ruhe kommen und füllen es dann ab – in 1 Liter-Flaschen, 3/4-Liter-Flaschen, 1/2-Liter-Flaschen oder – für die „Heavy User“ in 5 Liter-Kanister. Wir sammeln jetzt schon die Bestellungen an info@oliopiceno.de.

Wir nennen unser Degustationsfest „Olio, tartufo e vino“. Denn für einen Unkostenbeitrag von 5 Euro gibt es die verschiedensten Spezialitäten aus den Marken zum Kosten: Trüffel aus den Monti Sibillini in den Abruzzen auf Maccheroncini di Campofilone, das sind hauchzarte Eiernudeln; den Rotwein mit dem schönen Namen „Rosso Bello“ von unserem Nachbar-Weingut „Le Caniette“; die dicken, mit einer Fleischfarce gefüllten und frittierten Olive Ascolane; allerfeinste Linsen aus dem Ort Castelluccio an der Grenze zu Umbrien, unweit von Norcia; den typischen Mürbteigkuchen Crostata mit Feigenmarmelade (von unserem Feigenbaum, hergestellt von Michael); Vino Cotto („gekochter“ Wein = Weinlikör) etc.

Vieles davon kann man auch kaufen. Allen voran natürlich unser Olio Piceno. Im Hinblick auf Weihnachten werden wir etliche Geschenkkörbe mit den „marchegianischen“ Köstlichkeiten anbieten. Wenn es klappt, kommen noch Cantuccini aus unseren Mandeln hinzu sowie selbstgemachter Limoncello. Außerdem werden wir natürlich brandneue Fotos und evtl. auch einen kleinen Film von der aktuellen Olivenernte zeigen.

Zur Vorfreude hier schon einmal ein Foto, wie unsere Oliven derzeit ausschauen:

Unsere Oliven im Oktober 2013
Unsere Oliven im Oktober 2013
Olivenöl

Logo und Etikett Olio Piceno

Wir haben ein Logo für unser Olio Piceno – siehe oben im Foto – und ein Flaschen-Etikett. Ecco, hier ist es (einfach draufclicken, dann kommt die Originalgröße):

 

Es besteht aus der Krone, die auch das offizielle Wappen der Provinz Ascoli Piceno ziert. Aber unser Grafiker Ralf Gamböck hat nach unserer Idee aus ihr Olivenzweige anstelle von Eicheln und Lorbeer wachsen lassen. Den grasgrünen Hintergrund haben wir gewählt, weil unser Olivenöl meistens genau diese Farbe hat. Und die Schrift finden wir „olivig“ und modern ohne überdesignt zu wirken. Wir sind gespannt, wie es Ihnen so gefällt.