Frühe Olivenernte 2017 voller Adrenalin

Das frische Olivenöl muss erst sein Adrenalin verlieren!“ Dieser verblüffende Satz stammt von unserem Bio-Olivenbauern Tiziano, der – zwei Tage nachdem er seine Ölmühle überhaupt eröffnet hat dieses Jahr – unsere 767 Kilo Oliven zu 88 Liter Olivenöl gepresst hat.

Tiziano bei der Arbeit in seiner Ölmühle.

Tiziano bei der Arbeit in seiner Ölmühle.

Ja, wir haben also nach vielen Missernten aufgrund der Olivenfliege endlich wieder eigenes Olivenöl von unseren 30 Bäumen! Juchhu! Zu acht haben wir am 1. Oktober schweißtreibend fleißig gearbeitet und stolz 35 Kisten mit völlig intakten Oliven nach Offida transportiert.

Bodenarbeit für die Frauen...

Bodenarbeit für die Frauen…

Und nun hat das frische Olivenöl, vollgepumpt mit gesunden Polyphenolen, also zu viel Adrenalin? Tatsächlich muss sich das gestresste Frühöl erst absetzen, bevor es seine Aromenvielfalt entfalten kann. Momentan ist es vorwiegend piccante, also scharf, und amaro, bitter. Es fehlt die so wichtige dritte Note: fruttato, die Fruchtigkeit! Wir freuen uns jetzt schon auf die Erfahrung, unser Öl Ende des Monats in seiner entstressten Vollendung zu schmecken. Vorher lassen wir es ruhen – oder kosten nur hin und wieder gierig ein Schlückchen.

....Höhenarbeit für die Männer.

….Höhenarbeit für die Männer.

Es ist für uns auch eine neue Erfahrung, so früh im Jahr zu ernten. Immerhin haben wir dank der Nähe zum Meer und daher zu mehr Feuchtigkeit einen stattlichen Ertrag von 11,5 Prozent erzielt. Normal sollten 12 bis 15 Prozent sein. Frühernter wie Oasi degli Angeli bei uns um die Ecke wissen, dass sie teilweise weit unter 10 Prozent Ertrag haben.

Ich beschränke mich auf das Kämmen mit der Hand und überlasse den langen Rüttler den starken Armmuskeln von Michael & Co.

Fester Stand in angesagt auf den Erntenetzen.

Unsere Freunde im Hinterland klagen dagegen über zu kleine, teilweise leicht schrumpelige Früchte. Grund ist der extrem heiße Sommer, der zwar der Olivenfliege keine Chance gegeben, aber auch die Oliven ausgetrocknet hat. Wir sind also gespannt, wie deren Ernte ausfallen wird. Jedenfalls werden wir bei unserem Olivenöl-Erntedankfest am 12. November in Erding eine interessante Bandbreite an Olivenölen aus den Marken dabei haben.

Entspannung am abgesägten Olivenast.

Entspannung am abgesägten Olivenast.

Eine Erkenntnis der frühen Ernte ist auch, dass die Oliven schwerer vom Baum zu kämmen waren als sonst. Einige wenige Äste fielen auch der Säge zum Opfer. Aber wir wissen ja: Hat ein Olivenbaum erst einmal gewurzelt, ist er unverwüstlich, wächst und trägt bis ins hohe Alter.

Mittags und abends ein Dankesessen für die fleißigen Helfer.

Mittags und abends ein Dankesessen für die fleißigen Helfer.

Danke an dieser Stelle allen Erntehelfern (alle übrigens 50 plus!) die sich wirklich von morgens bis abends schwer ins Zeug gelegt haben. Da wir oft halbe Zweige mitsamt Oliven vom Baum gerupft haben, fehlte meine liebe Mama ganz besonders, die sonst für die abschließende Qualitätskontrolle in den Körben zuständig war. Sie hat uns bestimmt vom Himmel aus zugeschaut – und dafür gesorgt, dass die Ernte so gut war!

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