Olivenöl

Die Ernte verspricht gut zu werden – und Olivenöl-Skandale

Wir sind wieder in den Marken und bringen von Bruno Amurri noch einmal zwei dickbauchige Inox-Behälter voller Olivenöl mit. Unser Kofferraum wird auch wieder gut gefüllt sein mit leeren, fabrikneuen 3/4-Liter-Flaschen, denn die sind uns zuletzt ausgegangen. Am 17. September wird in Erding abgefüllt, und ab 18. September können wir unsere Bestell-Liste abarbeiten. Viele Olio Piceno-Fans warten schon sehnsüchtig auf Nachschub….

Kleiner Italienisch-Kurs zwischendurch: „Se  le premesse verranno mantenute la prossima produzione sarà ottima, io ci conto.“ Bruno ist also zuversichtlich, was die neue Ernte angeht. Sie werde voraussichtlich sehr gut! Das Ergebnis werden wir Anfang November schmecken. Momentan sehen unsere Oliven gut aus – „Beweisfoto“ hier:

Unsere Oliven Anfang September
Unsere Oliven Anfang September

Am 17. Juli gab es eine offizielle Warnung für unsere Region vor der „Mosca delle olive„, der Olivenfliege. Und eine Empfehlung, das biologische Mittel Spinosad in regelmäßigen Abständen auf die Südseite einiger Bäume zu sprühen. Spinosad besteht aus Aminozucker und neutralem Zucker – die Olivenfliegen fließen also auf Süßes! Möge es ihnen schlecht bekommen… Giacomo hat sein Bestes getan. Danke dafür! Grazie tanto.

Die Empfehlung kam von der ASSAM, der Service-Agentur der Marken für die Lebensmittel erzeugende Landwirtschaft. Die Buchstaben stehen für „Agenzia servizi settore agroalimentare delle Marche„. Regelmäßig verschickt sie an die Bio-Bauern auch meteorologische Hinweise. www.meteo.marche.it und www.assam.marche.it. Und sie verleiht die „Forbici d`oro“, die „Goldene Schere“ für die besten Olivenbaum-Beschneider.

Tiziano Aleandri, unser Mann mit der Goldenen Schere, hat ja im Frühjahr einige unserer Bäume radikal gekappt. Sie sahen so erbärmlich aus. Aber siehe da: Sie tragen üppig. Er hatte Recht behalten, als er rhetorisch fragte, ob wir Holz oder Oliven ernten möchten…

An dieser Stelle noch ein Lektüre-Tipp, für alle, die sich ernsthaft für gutes Olivenöl interessieren: Ich lese gerade wieder einige Kapitel aus dem Buch „Extra Vergine – Die erhabene und skandalöse Welt des Olivenöls“ von Tom Mueller. Es ist wirklich erschreckend, wie sehr die Verbraucher immer noch getäuscht werden, weil die Kontrollen beim Olivenöl, anders als beim Wein nach den vielen Wein-Skandalen, nicht greifen. Glücklicherweise decken immer wieder Zeitschriften wie Öko-Test Etikettenschwindel auf. Im August-Heft etwa wurden 20 Olivenöle unter die Lupe genommen – und ausgerechnet das teure griechische Olivenöl von Alfons Schuhbeck bekam die Note „mangelhaft“, war nicht nativ extra, sondern nur nativ, war ranzig, flach, alt, also fehlerhaft. Und dies bei einem Preis von 16,95 Euro für den halben Liter!

Auf Seite 132 kommt auch unsere Region mal vor: Die Öle aus dem „erstklassigen Produktionsgebiet der Marken“ seien schon in der Renaissance von höchster Qualität gewesen. Ja, sagen wir, und sie sind es bis heute!

Buchcover von Tom Muellers spannenden Geschichte rund um die Olivenöl-Mauscheleien.
Buchcover von Tom Muellers spannenden Geschichten rund um die Olivenöl-Mauscheleien.

 

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