Allgemein, Olivenöl

Olivenkurs in den Marken und Olivenöl-Vortrag beim Gartenfest Schloss Amerang, 27. 4. 2013

Über Ostern sind wir noch einmal schlauer geworden in Sachen Olivenöl: In unserem Haus in den Marken war Tiziano Aleandri zu Gast und hat acht Olivenöl-Fans das richtige Verkosten und den richtigen Olivenbaum-Schnitt gezeigt. Tiziano ist nämlich stolzer Besitzer der „forbici d`oro“, der goldenen Scheren. Dahinter verbirgt sich ein Meistertitel, der eben die Kunst des Olivenbaumschneidens krönt. Tiziano, der selbst 1.400 Olivenbäume besitzt und daraus köstliches Bio-Öl macht, das vorwiegend englische (!) Kunden kaufen (www.olioaleandri.com), hat diesen Titel mehrfach für die Marken und einmal für ganz Italien errungen.

Olivenbaumschnitt mit Tiziano Aleandri
Olivenbaumschnitt mit Tiziano Aleandri

Wir lernten, dass die Olivenbäume möglichst die Form eines „vaso policonico“ haben sollten, also eines Gefäßes mit mehreren nach oben zeigenden Spitzen, in diesem Fall Ästen. Sinn des Ganzen ist, dass möglichst viel Luft und Licht an die Äste kommt, damit sie viele Früchte tragen. Dazu mussten unsere eher üppig wachsenden Bäume ganz schön radikal beschnitten werden. Teilweise hat das zwar schon immer unser Nachbarbauer gemacht, aber eben nicht fachmännisch, sondern nach alter Tradition: ratzfatz oben ab! Nun ja, nächsten Oktober werden wir sehen, welcher von unseren Bäumen besser trägt.

Wir lernten auch, schon mit der Nase zu erschnuppern, ob das Olivenöl Fehler hat oder rund nach Oliven riecht. Erst nach dem Geruchstest darf die Zunge benetzt werden: vorn schmeckt man die Süße, seitwärts etwas später das Bittere und hinten am Gaumen zum Schluss die Schärfe. Bitterkeit und Schärfe (amaro e piccante) sind absolute Qualitätskriterien. Das mag nun aber nicht jeder. Sonia aus Apulien hatte dazu den ultimativen Tipp: Selbst ihr als Italienerin ist dieses Öl zu scharf. Sie lässt es einfach ein paar Monate stehen, dann wird es mit der Zeit milder – und die Qualität bleibt.

Olivenölverkostung mit Tiziano Aleandri
Olivenölverkostung mit Tiziano Aleandri

Die großen Feinde des Olivenöls sind Luft und Licht. Daher muss das Olivenöl immer in einer dunklen Flaschen abgefüllt werden. Sobald diese Flasche angebrochen ist, hat das Olivenöl mehr Kontakt mit Sauerstoff – und verliert eben mit der Zeit seine ursprüngliche Frische und Fruchtigkeit, aber auch seine Bitterkeit und Schärfe.

All dies und noch ein bisschen mehr wollen Michael Konitzer und ich den Besuchern des Gartenfests auf Schloss Amerang bei Wasserburg näher bringen. Wir halten dort am Samstag, 27. April, um 14 Uhr im Lambergsaal einen Vortrag über Olivenöl. Untertitel: Persönliche Erfahrungen von zwei Teilzeit-Italienern. Infos: www.schlossamerang.de. Wir freuen uns auf Sie!

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Olivenöl ist gut für die Gesundheit – fürs Herz und fürs Zahnfleisch – und es sättigt besser!

Dass Olivenöl gesund ist, weiß eigentlich jeder. Aber immer noch gibt es die alte Mär, dass man damit zum Beispiel nicht braten soll. Unsinn! So kann man bei der Deutschen Herzstiftung etwa nachlesen, dass „natives Olivenöl extra“, wie unseres, auf jeden Fall auf 180 Grad Celsius erhitzt werden darf. Das reicht für die meisten Zubereitungsarten völlig aus! Außerdem wird hier zum wiederholten Mal bestätigt, dass Olivenöl zum Schutz von Herzerkrankungen geeignet ist. Es wirkt sich nämlich positiv auf die Blutgefäße aus, d. h. der Blutfluss verbessert sich, das gesamte Herz-Kreislauf-System wird gestärkt. Wir verwenden es deshalb fast ausschließlich in unserer Küche.

Erst kürzlich hat mein mit Leidenschaft kochender Mann Michael sogar Eierkuchen, (in Bayern Pfannkuchen, in Österreich Palatschinken, in Frankreich Crêpes), die sonst immer nur mit Butter zubereitet werden, in Olivenöl gebraten. Das Ergebnis: köstlich! Das Olivenöl schmeckt überhaupt nicht vor. Ist ja auch klar, da beim Erhitzen ein Teil der Geschmacksstoffe verloren geht. Deshalb finden wir unser frisches Olivenöl zu schade zum Braten; aber älteres, das mit der Zeit milder wird, ist dafür sehr gut geeignet.

Interessant in diesem Zusammenhang, was Der Spiegel online am 22. 3. 2013 berichtet hat: Olivenöl sättigt besser als andere Fette! Eine Untersuchung an den Universitäten München, Wien und Tübingen hat ergeben, dass Probanden, die Light-Produkte gegessen haben, sogar mehr gegessen und zugenommen haben! Ich habe diesen Wahn mit den Light-Produkten schon immer abgelehnt, ablehnen müssen, weil meine Verdauung da überhaupt nicht mitgespielt hat. Unter anderem sind da künstliche Zucker-Ersatzstoffe drin, die mein Magen-Darm-System regelmäßig zum Rebellieren bringen. Übrigens besteht daraus zum großen Teil auch die so gern in der Gastronomie verwendete Crema di Balsamico – grausam! Unbedingt echten, unverfälschten Balsamico nehmen, wie auch echtes, unverfälschtes Olivenöl. Denn – wie eigentlich immer – kommt es auf die Qualität an. Die Forscher fanden nämlich heraus, dass nur italienisches (!) Olivenöl der bessere Hungerstiller ist. Der Grund: Die beiden darin enthaltenen Aromastoffe Hexanal und E 2-Hexenal sorgen dafür, dass Glukose, also Zucker, langsamer aus dem Blut in die Körperzellen gelangt.

Und noch ein Tipp zum Thema Gesundheit: Seit Jahrzehnten schon praktiziere ich das so genannte Ölziehen. Das beschreibe ich auch in meinem Buch „Mut zur neuen Hüfte!“. Diese Ziehkur ist eine traditionelle Heilmethode aus dem Mittelmeerraum. Das Ölkauen hält nämlich das Zahnfleisch fit. Jeden Morgen nach dem Zähneputzen nehme ich einen knappen Esslöffel Öl in den Mund – früher Sonnenblumenöl, seit einiger Zeit natürlich Olivenöl -, gehe duschen – und schweige! Denn ich bewege das Olivenöl ca. 5-10 Minuten in meinem Mund hin und her, spucke es anschließend aus. Das Ergebnis: Ich habe nie wieder, seit knapp 20 Jahren, eine Paradontose-Behandlung gebraucht, was mein Zahnarzt gar nicht fassen kann! Der Grund: Das Olivenöl bindet Bakterien und Giftstoffe, schwemmt sie aus. Ich bin auch überzeugt, dass ich deswegen so wenig anfällig für Infekte oder Allergien bin.

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Deutsches Olivenöl-Panel DOP

In Weßling am schönen Ammersee bei München gibt es einen Mann, der seine Passion für Olivenöl zum Wohle des Genusses an diesem wunderbaren Naturprodukt einsetzt: Der ehemalige Werber Dieter Oberg hat die Informationsgemeinschaft Olivenöl gegründet und das Deutsche Olivenöl Panel (DOP) ins Leben gerufen. Auf seiner Website gibt er ausführlich Auskunft zum Thema Olivenöl, und vor allem bietet er einen sensorischen Test an. Acht anonyme Tester in ganz Deutschland testen für 140 Euro ein Olivenöl.

Dieser Test kam auch beim WISO-TV-Beitrag Ende November 2012 zum Einsatz, als gepanschte Olivenöle aufgedeckt wurden. Wir haben unser Olivenöl von einem unserer Kleinbauern dort hingeschickt und bekamen eine ausführliche Expertise, die uns klar machte, dass die traditionelle Steinmühle offensichtlich mehr „Fehler“ produziert als nötig. Das Olivenöl kommt hier nämlich anders als in den modernen Zentrifugen, zu lange mit Sauerstoff in Kontakt, so dass Gärungsprozesse in Gang gesetzt werden. Das beeinträchtigt den Geschmack für den Laien gar nicht, aber der Experte schmeckt eben „fehlerhafte“ Noten heraus. Just dieser Bauer hat schon versprochen, dass er dieses Jahr im November zu „unserem“ Frantoio Marconi in Villa Santi geht, der schon seit Jahren erfolgreich mit einer modernen Zentrifuge arbeitet.

Umso glücklicher waren wir, als Dieter Oberg unserem Olivenöl eines anderen Kleinbauern, nämlich Giovanni Morì, sehr gute Noten erteilte. Hier das Urteil im Wortlaut: „Ein ziemlich süßes Öl (da praktisch keine Bitterkeit), eher mild fruchtig (ca. 3,6) und auch wenig scharf (ca. 1,7). Entweder ist es eine bestimmte milde Sorte, es erscheint mir aber auch in einem eher reifen Zustand geerntet zu sein. Das Öl hat einen Flavour nach reifem Apfel, etwas reife Banane, gekochte Artischocke, und am Gaumen schmecke ich reife Mandelkerne. Die Harmonie wäre so um 6,0.“ Dieser Harmonie-Wert entspricht übrigens Bio-Markenöl!

Olivenöl

Logo und Etikett Olio Piceno

Wir haben ein Logo für unser Olio Piceno – siehe oben im Foto – und ein Flaschen-Etikett. Ecco, hier ist es (einfach draufclicken, dann kommt die Originalgröße):

 

Es besteht aus der Krone, die auch das offizielle Wappen der Provinz Ascoli Piceno ziert. Aber unser Grafiker Ralf Gamböck hat nach unserer Idee aus ihr Olivenzweige anstelle von Eicheln und Lorbeer wachsen lassen. Den grasgrünen Hintergrund haben wir gewählt, weil unser Olivenöl meistens genau diese Farbe hat. Und die Schrift finden wir „olivig“ und modern ohne überdesignt zu wirken. Wir sind gespannt, wie es Ihnen so gefällt.