Über unseren Orangenbäumen gedeihen die Oliven.
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Olivenlikör, neue Olivenölschul-Termine und Orangen-Marmelade

Liquor d`ulivi - Olivenlikör aus den nördlichen Marken
Liquor d`ulivi – Olivenlikör aus den nördlichen Marken

Neues Jahr, neue Produkte: Auf der Rückfahrt von unserem Januar-Aufenthalt in den Marken haben wir Station bei Fano gemacht, in den nördlichen Marken. Getroffen haben wir Alessandro Berloni, der im einzigen Olivenöl-DOP-Gebiet der Marken mit seiner Familie eine Spezialität herstellt, die uns begeistert: Olivenlikör! Nach einem alten Kloster-Rezept werden Olivenblätter zusammen mit Orangen- und Zitronenschalen in Alkohol eingelegt, mit geheimen Gewürzen verfeinert – und einige Monate später werden sie mit Wasser und Zucker verdünnt zu einem 30-prozentigen Likör. Dieses bernsteinfarbene Getränk ist ein idealer Digestif, d. h. er regt wie Olivenöl den Stoffwechsel und die Verdauung an. Dabei ist er nicht so bitter wie ein traditioneller Amaro (Ramazzotti, Averna), sondern schmeckt eher süßlich, balsamisch. Wunderbar mundet er z. B. eisgekühlt. Bei unserer ersten Olivenölschule in München am 25. Januar sind gleich vier Flaschen verkauft worden, so dass wir Anfang März auf jeden Fall Nachschub einkaufen werden.

Ebenfalls neu sind unsere Sommer-Termine, da unsere Olivenölschul-Abende in München und Berlin bis April komplett ausverkauft sind.

Interessierte Olivenöl-Schüler hören Michael bei "Koch Dich glücklich!" zu.
Interessierte Olivenöl-Schüler hören Michael bei „Koch Dich glücklich!“ zu.

Also vormerken: Freitag, 26. Juni, Freitag, 27. Juli, und Samstag, 15. September 2018 – jeweils 18-22 Uhr im Münchner Kochstudio „Koch Dich glücklich!“ in der Ickstattstr. 11 A, neben dem Frauen-Fitness-Studio My Sportlady in der Klenzestraße. Unsere Premiere am 25. Januar dort war wieder ein vergnüglicher Abend – u. a. mit einer Familie, die ein Haus mit Olivenhain am Bolsenasee bei Rom hat und unseren Abend gebucht hat, um noch dazuzulernen. Bei der Verkostung hatten wir u. a. ein Olivenöl von der tunesischen Insel Djerba dabei, das regelrecht ungenießbar war, und eines aus Portugal von 200 bis 800 Jahre alten Olivenbäumen. Nennt sich „Antique“, ist von Demeter zertifiziert, 100 ml kosten 5,40 Euro = 1 Liter 54 Euro! Und was soll ich sagen: Es ist bei der Blindverkostung unserer 13 Schüler mehrheitlich durchgefallen als viel zu unausgewogen bitter. Einige haben sogar Fehlnoten herausgeschmeckt!

Superlecker: Michaels Orangenmarmelade
Superlecker: Michaels Orangen-Marmelade

Viel Lob bekommt auch unsere wirklich superleckere Orangen-Marmelade. O-Ton einer Gourmet-Freundin: Die beste Orangenmarmelade, die ich kenne! Da verkaufen wir das 314 ml-Glas für 5,50 Euro. Den Rest unserer Orangen lagern wir gerade in unserer kühlen Erdinger Garage, so dass ich jeden Morgen frischen Orangensaft pressen kann. Und unsere Olivenöl-Schüler haben in der Olio Piceno-Tüte zum Abschied zu meinem Buch „Oliven – Eine Liebeserklärung an den Süden“ auch noch je vier Orangen bekommen!

Übrigens: Die Stiftung Warentest hat mal wieder Olivenöle getestet. Schlagzeile in den Medien: „Gutes Olivenöl erst ab 24 Euro“. Und was verlangen wir für unser ehrliches Olivenöl? Den Liter Olio Piceno bekommt man für 23 Euro!

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Neues Olivenöl, Olivenfliege, Olivenöl-Rührkuchenrezept – und Olivenblättertee

Wir sind jetzt seit einer Woche wieder zurück aus den Marken und haben unsere Warteliste abgearbeitet. 110 Liter haben wir in drei Edelstahl-Kanistern mitgebracht – 50 sind schon wieder verkauft. Wir freuen uns sehr über die Nachfrage. Klar, Sommerzeit ist Olivenölzeit. Jeder schwärmt von knackigen Salaten und meinem Lieblingsgericht: Mozzarella mit Tomaten und Basilikum in einer herrlichen Tunke aus Aceto Balsamico und Olio Piceno. Schön viel davon, damit man das leckere Gemisch mit frischem Olivenöl auftunken kann.

Besonders freut es uns, wenn unser Kunden erzählen, dass sich ihre fast erwachsenen Kinder in unser Olivenöl verliebt haben! Das Olivenöl, das wir diesmal von Bruno mitgebracht haben ist wieder eine besondere Mischung – aus den Sorten Sargano, Ascolana Tenera und Raggia. Wie immer hat dieses preisgekrönte Bio-Olivenöl die besonderen Qualitätsnoten „amaro e piccante“, d. h. bitter und scharf, gepaart mit einer harmonischen Fruchtigkeit.

Nachdem Bruno unser Öl aus seinen großen Tanks abgefüllt hat, die sofort wieder sauerstofflos verschlossen werden, bekamen wir eine Lehrstunde in Sachen Olivenfliege. Bruno führte uns zu einer gelben Klebefalle in einem seiner jüngeren Bäume und zeigte uns das winzige Biest, das sich so gern in die fleischigen Oliven frisst. Wie ein Arzt schrieb er auf, welches Bio-Mittel wir dagegen kaufen sollten, was wir gleich am nächsten Tag taten. Und siehe da: Heute erreichte uns eine e-mail unseres Nachbarn, der ebenfalls biozertifiziertes Olivenöl erzeugt, dass die Olivenfliege nun tatsächlich die Provinz Ascoli Piceno erreicht habe und es angeraten sei, das Bio-Spray zu verwenden. Diese Behandlung,  „il trattamento“, lassen wir nun in unserem Olivenhain machen. Und auch unsere Nachbarbauern tun dies, nachdem wir ihnen eine Flasche des Mittels geschenkt haben. Schließlich wollen wir uns die Ernte von dem lästigen Schädling nicht verderben lassen.

Ansonsten habe ich in unserer Casa ein neues Obst-Rührkuchenzept mit Olivenöl ausprobiert: Zunächst hielt ich mich an das Rezept und machte den Kuchen mit Butter und Pfirsichen. Dann habe ich mich getraut, das Ganze noch einmal mit Olivenöl und Feigen von unserem Baum zu machen. Dabei nimmt man statt 100 g Butter jeweils 75 ccm Olivenöl. Beim Rühren des cremigen Teigs schmeckte das Olivenöl noch ziemlich hervor. Ich gab die abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone, den Inhalt einer Vanilleschote und etwas Zimt dazu. Aber das wäre gar nicht nötig gewesen. Nach der guten Stunde Backzeit (160 Grad) verschwindet der Olivenölgeschmack vollständig. Der Kuchen wird schön saftig, evtl. etwas fester als mit der Butter. Wer das Rezept komplett haben möchte, kann mir gern eine Mail schicken. Ich versende es dann zuverlässig.

Eine weitere interessante Idee habe ich im aktuellen Slow Food-Magazin entdeckt: Tee aus Olivenblättern. Das probieren wir gleich bei unserem nächsten Besuch in den Marken Anfang September aus. Bis dahin müssen die Olivenöl-Vorräte reichen. Aber wir legen auch gern wieder eine Warteliste an! Also: Wir freuen uns über Bestellungen und wünschen allen Lesern dieses Blogs einen genussreichen Sommer!