Allgemein, Olivenöl

Limonolio, Feigen-Marmelade & Co. an Bord

Eine pralle Woche in den Marken geht zu Ende. Wir haben eingekauft, zwischendurch am Strand und am Pool gelegen – und Michael hat wieder fleißig produziert: Feigen- und Pfirsich-Marmelade plus eine weitere Ladung Limoncello!

Zitroniges Olivenöl Limonolio
Zitroniges Olivenöl Limonolio

Das zitronige Olivenöl „Limonolio“ bringen wir aus den Abruzzen von unserem Freund Ireneo Tucci mit. Er hat uns in seinem kleinen Paradies fürstlich bewirtet – und natürlich hat uns der Barsch, branzino, ebenso köstlich mit Limonolio gemundet wie die Vorspeise Tomaten mit frischem, nicht geräuchertem Scamorza (oder wahlweise der cremig-sahnigen Burrata bzw. Mozzarella).

Wir haben bestellte Weine besorgt – u. a. den Rosato „Sinopia“ von „Le Caniette“, wo wir sonst immer den süffigen Rotwein „Rosso Bello“ oder den Passerina-Weißwein „Lucrezia“ für unsere Olivenölschul-Abende kaufen. Apropos: Der Olivenölschul-Abend im Juni bei „Koch Dich glücklich!“ in München war wieder ausgebucht, ebenso der letzte Termin dieses Jahr, der 15. September. Nur noch am Freitag, 27. Juli, haben wir 2 bis 4 Plätze frei. Kurzentschlossene vor!

Unser Nachbar Tony hat uns wieder schwarze Kichererbsen aus eigenem Bio-Anbau geliefert. Daraus machen wir das herrliche Hummus zum Aperitif. Auch unsere Berglinsen aus Castelluccio haben wir wieder an Bord. Da gab es eine kuriose Übergabe vor dem tollen Restaurant „Molo Sud“ am Hafen von San Benedetto del Tronto – von Kofferraum zu Kofferraum um 22.30 Uhr. Sonst wären wir auch gern zur fioritura, diesem wunderschönen Blütenmeer, in Castelluccio gefahren. Aber dazu hat die Zeit nicht mehr gereicht.

Erholungspause am Strand von Grottammare
Erholungspause am Strand von Grottammare

Auch die hauchdünnen Eiernudeln „Maccheroncini di Campofilone“ mussten besorgt werden, natürlich bio und ideal für die „schnellste Pasta der Welt“, Nudeln Alfredo, die Michael den Schülern der Olivenölschul-Abende ruckzuck zubereitet. Den Parmesan (Parmigiano Reggiano) dazu reiben bevorzugt die Herren gern, während die Damen die Petersilie klein hacken. Last but not least haben wir bei Bruno Amurri das letzte Olivenöl der Saison 2017 besorgt: Il Biologico di Livia.

Mit der kommenden Olivenernte 2018 sieht es sehr unterschiedlich aus: Während bei Bruno ca. 30 Prozent der Bäume aufgrund des Frosts Ende Februar keine Früchte tragen, sind es bei uns 80 Prozent! Tiziano im Hinterland und Tony, der Luftlinie 300 Meter von uns entfernt ist, melden gar keine Schäden. Umso besser! Netterweise tragen unsere kleinen Nachwuchs-Bäumchen mehr Oliven als die alten Bäume, wahrscheinlich, weil sie in einem geschützteren Gelände stehen.

Schuhmodellist Enrico Bellegia schaut in Michaels Marmeladen-Küche vorbei.
Schuhmodellist Enrico Bellegia schaut in Michaels Marmeladen-Küche vorbei.

Schließlich kommen auch 17 Schachteln Belleggia-Golfschuhe in den Kofferraum. Die importiere ich ja seit November 2017 von Schuhmodellist Enrico Belleggia aus dem nahen Fermo, dem Zentrum der italienischen Schuh-Manufakturen. Neue Modelle finden sich immer aktuell unter www.wunsch-schuh.com. Hier sind zahlreiche Anregungen für individuelle Wunsch-Schuhe zu finden – sowohl für Damen als auch für Herren, für Golfer ebenso wie für Nicht-Golfer, garantiert handgenäht aus feinstem Kalbleder, mit Stützstiften in der Sohle und Fußbett.

Kennenlernen kann man übrigens unser Olivenöl Olio Piceno und die Belleggia-Schuhe bei den nächsten beiden „Bella Italia“-Golfturnieren, die ich zusammen mit meiner Freundin Claudia Bachmair-Vogl (Taschen & Tücher) veranstalte: 2. August im GC München Eichenried und 6. September im GC Thalkirchen. Allerdings nur für Damen, Afterwork ab 16 Uhr, 9 Löcher mit anschließendem Shopping (auch Schmuck von „Cote du Sud“)

Zum Schluss noch ein Hinweis in eigener Sache: Wer mich einmal in einem längeren Interview erleben will, dem empfehle ich mein Gespräch mit Silvia Stock, Redakteurin beim RFO (Regionalfernsehen Rosenheim). Ich spreche da mit ihr über Olivenöl, die Marken und natürlich über meinen Frauen-Roman „Das Limoncello-Quartett – Vier Freundinnen auf Glückssuche in Italien“. Das E-Book wartet auf Ihren Download, wenn Sie Lust auf eine leichte Urlaubslektüre mit „Bella Italia“-Flair haben. Ich freue mich auf Feedback, denn vielleicht wird ja auch bald eine Printausgabe daraus….

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen wunderschönen und genussfreudigen Sommer 2018!

Allgemein, Olivenöl

Pheromonfallen gegen die Olivenfliege – und Olivenblätter-Tee gegen Hitze!

Wir sind seit ein paar Tagen wieder zurück in Bayern und haben Italiens Sonne mitgebracht! Zum einen in Form von täglich deutlich steigenden Sommer-Temperaturen, zum anderen in Form unseres sonnengelben Limoncellos (3. Produktion – wg. exorbitant toller Zitronenernte!) und unseres frisch gepflückten und gehäckselten Olivenblätter-Tees. Meine 87-jährige Mama war dabei eine tolle Hilfe! Danke, liebe Mama (nun wieder in Berlin).

Meine Mama Uschi inspiziert und pflückt die inzwischen getrockneten Olivenblätter.
Meine Mama Uschi inspiziert und pflückt die inzwischen getrockneten Olivenblätter.

Tee im Sommer? Aber ja! Und zwar kalt – entweder pur oder mit Honig gesüßt und/oder mit einem Spritzer Zitronensaft. Herrlich erfrischend, wohlschmeckend und, wie an dieser Stelle schon mehrmals betont: sooooo gesund! Viele entdecken dieses „Wellness-Getränk“ auch dank des Kapitels darüber in meinem Buch „Oliven – Eine Liebeserklärung an den Süden“, in dem ich beschreibe, dass die positiven Wirkstoffe in den Blättern noch viel konzentrierter sind als im Olivenöl (das wir ja seit April leider nicht mehr haben).

50 g- und 100 g-Tüten Olio Tè warten auf Käufer.
50 g- und 100 g-Tüten Olio Tè warten auf Käufer.

In puncto Olivenöl tun wir gerade biologisch alles, was wir können, um im Oktober endlich wieder eine gute Ernte vermelden zu können. Die Olivenblüte ist gerade vorbei, viele kleine und noch feste Oliven haben sich ausgebildet. Es sieht eigentlich an den meisten Bäumen gut aus. Aber schon meldet unser agrometeorologisches Zentrum Assam Marche die ersten Anflüge der gefürchteten Olivenfliege – vor allem in Küstennähe wie bei uns.

Mitte Juni: Die Olivenblüten sind verblüht, viele kleine und feste Oliven erblicken das Licht der Marken.
Mitte Juni: Die Olivenblüten sind verblüht, viele kleine und feste Oliven erblicken das Licht der Marken.

Also hat mein lieber Mann am 23. Juni in jeden Baum Pheromon-Fallen gehängt. Die kosten 2 Euro pro Stück – klar, dass sich Olivenbauern mit mehreren hundert Bäumen so eine Investition sparen. Ein Olivenbauer aus der Gegend von Fermo, den wir  an seinem Marktstand in Cupra Marittima trafen, empfahl uns ein Fungizid, das gleich auch die diversen möglichen Blätterkrankheiten (eine heißt Pfauenauge, ochio di pavone) und Pilze (Olivenbäume können eine Art Krebs bekommen) mit vertilgt. Und wenn es im Herbst dann ordentlich regnen würde, dann wäre auch alles Gift vor der Ernte wieder abgewaschen von den Oliven. Ja klar, dann sickert es schön in den Boden ein. Nein danke!

Michael ist 1,92 Meter groß - ein Vorteil beim Aufhängen der Pheromon-Fallen in den Olivenbäumen.
Michael ist 1,91 Meter groß – ein Vorteil beim Aufhängen der Pheromon-Fallen in den Olivenbäumen.

Wir setzen auf die drei Monate lang wirkenden Pheromon-Fallen und spritzen das präventive Bio-Mittel Spintorfly in der Hoffnung, dass sich die Population dadurch gebührend dezimieren möge. Eine weitere Hoffnung liegt in den steigenden Temperaturen: Bei einer längeren Hitzeperiode von Temperaturen um die 35 Grad sterben nämlich die Larven ab, die wahrscheinlich bei dem milden Winter prima im Boden überlebt haben. Also stöhnen wir nicht, sondern freuen uns über den Sommer und schwitzen gern.

Original-Caprese in den italienischen Farben: Mozzarella, Tomaten, Basilikum - und Limonolio plus Olivenblätter-Tee.
Original-Caprese in den italienischen Farben: Mozzarella, Tomaten, Basilikum – und Limonolio plus Olivenblätter-Tee.

Mitgebracht haben wir außerdem aus den Marken wieder unser scharfes Peperoncino-Öl, das bei jeder Grillparty der Hit ist – auch wenn angesichts der Schärfe die Schweißproduktion noch angekurbelt wird. Wer es milder mag, der träufle unser Zitronen-Olivenöl, das Limonolio aus den Abruzzen, über Fleisch oder Fisch. Ich habe es inzwischen auf Mozzarella probiert. Denn bestellt man in Italien „Caprese“, bekommt man stets nur Büffel-Mozzarella, Tomaten und Basilikum (weiß-rot-grün wie die italienische Flagge) mit Olivenöl. Der bei uns zusätzlich verwendete Aceto Balsamico ist eine nicht-italienische Erfindung. Da schütteln die Italiener eher den Kopf. Nichts gegen den supertollen, traditionell nur aus Traubenmost hergestellten Aceto Balsamico unserer Freunde, aber Mozzarella schmeckt auch hervorragend mit Limonolio!

Was für eine knallgelbe Farbe! Limoncello aus unseren eigenen Zitronen ist einfach unsagbar lecker.
Was für eine knallgelbe Farbe! Limoncello aus unseren eigenen Zitronen ist einfach unsagbar lecker.

Der Verwendungs-Phantasie sind eigentlich keine Grenzen gesetzt. So rührt eine Freundin das Limonolio in ihren Yoghurt und eine andere nimmt dazu unseren Limoncello. Der hat immerhin 30 Prozent Alkoholgehalt! Aber sie hat mir glaubhaft versichert, dass sie danach nicht beschwipst sei. Nun denn: Wohl bekomm`s!

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Neues Olivenöl, Olivenfliege, Olivenöl-Rührkuchenrezept – und Olivenblättertee

Wir sind jetzt seit einer Woche wieder zurück aus den Marken und haben unsere Warteliste abgearbeitet. 110 Liter haben wir in drei Edelstahl-Kanistern mitgebracht – 50 sind schon wieder verkauft. Wir freuen uns sehr über die Nachfrage. Klar, Sommerzeit ist Olivenölzeit. Jeder schwärmt von knackigen Salaten und meinem Lieblingsgericht: Mozzarella mit Tomaten und Basilikum in einer herrlichen Tunke aus Aceto Balsamico und Olio Piceno. Schön viel davon, damit man das leckere Gemisch mit frischem Olivenöl auftunken kann.

Besonders freut es uns, wenn unser Kunden erzählen, dass sich ihre fast erwachsenen Kinder in unser Olivenöl verliebt haben! Das Olivenöl, das wir diesmal von Bruno mitgebracht haben ist wieder eine besondere Mischung – aus den Sorten Sargano, Ascolana Tenera und Raggia. Wie immer hat dieses preisgekrönte Bio-Olivenöl die besonderen Qualitätsnoten „amaro e piccante“, d. h. bitter und scharf, gepaart mit einer harmonischen Fruchtigkeit.

Nachdem Bruno unser Öl aus seinen großen Tanks abgefüllt hat, die sofort wieder sauerstofflos verschlossen werden, bekamen wir eine Lehrstunde in Sachen Olivenfliege. Bruno führte uns zu einer gelben Klebefalle in einem seiner jüngeren Bäume und zeigte uns das winzige Biest, das sich so gern in die fleischigen Oliven frisst. Wie ein Arzt schrieb er auf, welches Bio-Mittel wir dagegen kaufen sollten, was wir gleich am nächsten Tag taten. Und siehe da: Heute erreichte uns eine e-mail unseres Nachbarn, der ebenfalls biozertifiziertes Olivenöl erzeugt, dass die Olivenfliege nun tatsächlich die Provinz Ascoli Piceno erreicht habe und es angeraten sei, das Bio-Spray zu verwenden. Diese Behandlung,  „il trattamento“, lassen wir nun in unserem Olivenhain machen. Und auch unsere Nachbarbauern tun dies, nachdem wir ihnen eine Flasche des Mittels geschenkt haben. Schließlich wollen wir uns die Ernte von dem lästigen Schädling nicht verderben lassen.

Ansonsten habe ich in unserer Casa ein neues Obst-Rührkuchenzept mit Olivenöl ausprobiert: Zunächst hielt ich mich an das Rezept und machte den Kuchen mit Butter und Pfirsichen. Dann habe ich mich getraut, das Ganze noch einmal mit Olivenöl und Feigen von unserem Baum zu machen. Dabei nimmt man statt 100 g Butter jeweils 75 ccm Olivenöl. Beim Rühren des cremigen Teigs schmeckte das Olivenöl noch ziemlich hervor. Ich gab die abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone, den Inhalt einer Vanilleschote und etwas Zimt dazu. Aber das wäre gar nicht nötig gewesen. Nach der guten Stunde Backzeit (160 Grad) verschwindet der Olivenölgeschmack vollständig. Der Kuchen wird schön saftig, evtl. etwas fester als mit der Butter. Wer das Rezept komplett haben möchte, kann mir gern eine Mail schicken. Ich versende es dann zuverlässig.

Eine weitere interessante Idee habe ich im aktuellen Slow Food-Magazin entdeckt: Tee aus Olivenblättern. Das probieren wir gleich bei unserem nächsten Besuch in den Marken Anfang September aus. Bis dahin müssen die Olivenöl-Vorräte reichen. Aber wir legen auch gern wieder eine Warteliste an! Also: Wir freuen uns über Bestellungen und wünschen allen Lesern dieses Blogs einen genussreichen Sommer!