Tiziano Aleandri aus Offida, Marken, kommt mit einer mobilen Olivenpresse nach Bayern!
Unser Wissen über Olivenöl haben wir u. a. von Tiziano Aleandri, dem italienischen Meister im Olivenbaumschnitt. Für einen einmaligen Olivenöl-Workshop kommt Tiziano nun von seiner bio-azienda in Offida, Marken, nach Bayern: Am Samstag, 15. März 2014, baut er eine mobile Olivenölpresse im Clubhaus des Golfclubs München Eichenried auf und wird zwei kleine Gruppen von jeweils höchstens 10 bis 12 Personen in die Geheimnisse qualitätsvoller Olivenöle einweihen. Er presst seine im Herbst eingefrorenen (!) Oliven vor Ort und schult die Teilnehmer in einem Blindtest, gutes von schlechtem Olivenöl zu unterscheiden. Für die Übersetzung aus dem Italienischen ist ebenso gesorgt wie für ein gemeinsames italienisches Essen.
Ablauf: Corso I: 10-12.30 Uhr, anschl. Mittagessen mit Olive Ascolane und Pasta con olio extra vergine / Corso II: 15-17.30 Uhr, anschl. Abendessen mit Olive Ascolane und Pasta con olio extra vergine
Jeder Teilnehmer bekommt eine Kostprobe des frisch gepressten Olivenöls mit nach Hause.
Kosten: Workshop mit Degustation und Essen inkl. Wein und Wasser, kleiner Olivenöl-Flasche pro Kurs & pro Person: 50 Euro. Bitte diesen Betrag nach Bestätigung der Teilnahme vorab auf unser Olio Piceno-Konto überweisen. Bei Nicht-Zustandekommen des Kurses wird das Geld selbstverständlich zurücküberwiesen.
Ort: Clubhaus des Golfclubs München Eichenried, Münchner Straße 57, 85452 Eichenried, www.gc-eichenried.de
„Mmh, total lecker, noch nie so frisches Olivenöl gekostet!“ – So und ähnlich hörten sich die begeisterten Ausrufe unserer 95 Gäste an, die am 10. November zum ersten „Olivenöl-Erntedankfest“ nach Schloss Aufhausen bei Erding gekommen sind. „Dank“ des schlechten Wetters kamen auch viele Outdoor-Sportler (Golfer, Wanderer), dazu zahlreiche meiner Indoor-Bridge-Damen, viele Kunden – sogar aus Oberaudorf (!) – und Freunde inklusive Ex-Ehepartner. Mein Ex-Mann hat die Kasse gehütet, Michaels Ex-Frau hat tatkräftig beim Abfüllen des Olivenöls aus den 3 x 50 Liter-Kanistern geholfen. Danke auch allen weiteren Helfern in der Küche, beim Auf- und Abbau etc.
50-Liter-Kanister im Rittersaal auf Schloss Aufhausen
95 Gäste drängelten sich um die kulinarischen Köstlichkeiten.
Michael füllt mit Damen-Hilfe frisches Olivenöl ab.
Selbstgemachte Feigen-Marmelade, Limoncello, Vino Cotto etc. gab es zum Kosten.
Pasta di Campofiline mit frischen Trüffel, serviert von Rozsika.
Geschenkkörbe mit 10 Produkten aus den Marken.
Wer da war, hat unseren Film von der Olivenernte im Oktober 2013 schon gesehen. Hier der Link dazu: Olio Piceno – Olivenernte 2013
Erstmals waren wir vier Wochen, den ganzen Oktober, in unserer Casa und haben wieder viel dazugelernt über richtig gutes Olivenöl. Unsere eigenen Olivenbäume waren leider von der Olivenfliege befallen. Das Bio-Mittel hat unser Nachbar dummerweise falsch angewendet (er hätte 1 Liter Mittel auf 4 Liter Wasser verdünnen sollen, hat aber das dort übliche Maß von „quintali“, d. h. 100 Liter genommen!). Über das so verdünnte, leckere Zuckerwasser hat sich die Olivenfliege offensichtlich besonders gefreut. Nun ja, Lehrgeld eben. Das wenige Olivenöl, das uns geblieben ist (letztes Jahr 128 Liter, dieses Jahr 28 Liter!) verbrauchen wir lieber selbst, denn durch den Befall ist es auch eher minderwertig. Also mussten wir uns verstärkt nach Alternativen umsehen, um die steigende Nachfrage unserer Olivenöl-Kunden befriedigen zu können.
Hier die Ergebnisse unserer nachbarschaftlichen Ausflüge:
1) 50 Liter-Kanister von Bruno Acciarri, grasgrün, sehr früh geerntet. Sein Olivenöl kam beim Olivenöl-Fest besonders gut an. Klar, das Auge isst mit! Er hat seine Olivenbäume gegenüber von uns, unterhalb von Ripatransone. Von ihm haben wir unsere neu gepflanzten Olivenbäume gekauft, inzwischen 30, u. a. von der sehr schmackhaften und in den Marken eher seltenen Sorte Carboncella. Mit Bruno II (es gibt ja noch Bruno Amurri) haben wir weitere Lieferungen vereinbart.
2) 50 Liter-Kanister von Giacomo Paci, unser Nachbar in Massignano, dessen 70 Olivenbäume am Hang über uns stehen. Hier hat Giacomo nicht gesprüht, so dass die Olivenfliege sich auf unsere „Zucker-Bäume“ konzentriert hat. Seine Bäume stehen in sehr steilem Gelände, so dass Schuhe mit Profilsohlen auf den ohnehin rutschigen Netzen unbedingt nötig sind. Meine 85-jährige Mama, die tatkräftig mitgeholfen hat, musste in ihren Turnschuhen öfter mal einen Ast als „Rettungsanker“ bemühen. Glücklicherweise gibt es immer nach unten hängende Zweige, die für das „Fußvolk“ ideal zum Ernten mit den Handkämmen sind, während die Herren der Schöpfung mit dem elektrischen Flatter-Kamm ihre Muskelkraft beweisen können, wenn sie das zwei Meter hohe Teil nach oben stemmen. Mein lieber Mann Michael war selten so fit und hat die scherzhafte Idee geboren, aus der Olivenernte doch ein Fitness-Franchise-Konzept zu machen….
Heidi mit der Handharke in Aktion.
Mama Ursula und Michael mit Olivennetz im steilen Gelände.
Michael und Heidi geschafft nach einem Olivenernte-Tag.
Brunos Helfer Romeo mit dem Ernte-Kamm im Baum.
Michael, ein Agostini-Mitarbeiter und Giacomo, v. links, beim Umschütten der Oliven in große Behälter.
Spaghetti, nur mit frischem Olivenöl drüber, hier serviert von Claudia nach der Olivenöl-Degustation.
Noch eine Anmerkung zum Paci-Olivenöl: Wir haben mit der Ernte von dem selben Hang zwei verschiedene Olivenmühlen ausprobiert und werden nun endgültig unserem bisherigen Frantoio Marconi untreu. Unser „Neuer“, Agostini bei Petritoli, hat sämtliche Blindverkostungen, die wir gemacht haben, mit Abstand gewonnen. Danke Tony und danke Tiziano, für Eure geschulten Zungen und Rachen! Der Fehler, der bei Marconi passiert, nennt sich „riscaldo“ = zu hohe Erhitzung des Olivenöls. Dadurch werden die wertvollen Polyphenole und Antioxidantien mehr als nötig zerstört. Ausnahme ist hier Bruno Acciarri, der mit seiner Ernte jeden Tag zu Marconi fährt, und dort offensichtlich gute Ergebnisse erzielt. Denn auch sein Olivenöl ist „extra vergine“.
3) 50 Liter-Kanister von Bruno Amurri, unserem bewährten Bio-Bauern bei Petritoli, der auch herrliche Kamut-Khorasan-Pasta herstellt. Bei ihm habe ich einen Tag bei der Olivenernte geholfen. Er erntet die Oliven von seinen 650 Bäumen einen Monat lang absolut tiefenentspannt zu dritt! Zwei junge Männer, ein rumänischer Bauer und ein kongolesischer Immigrant, helfen ihm mit der schweren Arbeit an zwei elektrischen Ernte-Kämmen und kraxeln damit sogar in die Bäume. Er selbst, ca. 70 Jahre alt, erntet vom Boden alle tiefer hängenden Äste ab und gibt in seiner leisen Art Anweisungen. Ich kann nur sagen: Trotz aller Anstrengungen hat die Olivenernte auch etwas Meditatives! Beim gemeinsamen gesunden Mittagessen mit Hirse (!), Khorosan-Pasta (natürlich nur mit frischem Olivenöl darüber!) und eigenem Lammbraten stärkt man sich dann für den Nachmittag, bevor es allabendlich zur Olivenmühle geht, wo es weniger romantisch als laut ist.
Von diesen 150 Litern sind nach unserem Fest und allen Bestellungen nur noch ca. 30 Liter übrig geblieben (Stand 20. November). Also bitte sputen, wer immer noch vor Weihnachten (Geschenk!) etwas von diesem superfrischen Olivenöl haben möchte. Über Silvester sind wir wieder in den Marken und bringen Mitte Januar 50 Liter von unserem zweiten Nachbarn, Bio-Bauer Tony Germani, mit. Er und Bruno Amurri sind befreundet und konkurrieren immer im besten Sinne um die Auszeichnungen, die ihre Olivenöle alljährlich einheimsen. Davon zu gegebener Zeit mehr.
Noch ein Tipp zum Schluss: Ich habe sehr schöne Geschenke-Körbe mit Produkten aus den Marken gemacht. Darin enthalten: Olivenöl, Rotwein Rosso Piceno, Süßwein Vino Cotto, Pasta aus Campofilone, superscharfe Peperoni-Soße, Berglinsen aus Castelluccio, schwarze Kichererbsen, Feigen-Marmelade, Limoncello und Cantuccini – alles handgefertigt, entweder von uns oder von kleinen Nachbarbetrieben. Der Korb kostet 75 Euro und kann bei uns abgeholt werden. Am besten eine e-mail schreiben an: info@oliopiceno.de. Bei besonders netten e-mails liefern wir auch!
dies ist eine öffentliche Einladung zu unserem 1. Olivenöl-Erntedankfest am Sonntag, 10. November, von 12 bis 17 Uhr auf Schloss Aufhausen bei Erding. Im schönen Rittersaal bringen wir allen Freunden des Olio Piceno das ganz frisch geerntete Olivenöl 2013 zum Kosten mit. Denn gerade sind wir in unserem Zweitdomizil in den mittelitalienischen Marken und schauen den Oliven beim Wachsen zu, d. h. wir warten den idealen Zeitpunkt für die Olivenernte ab. Am 4. November sind wir wieder in Bayern, lassen das Öl ein paar Tage in den großen Edelstahlbehältern zur Ruhe kommen und füllen es dann ab – in 1 Liter-Flaschen, 3/4-Liter-Flaschen, 1/2-Liter-Flaschen oder – für die „Heavy User“ in 5 Liter-Kanister. Wir sammeln jetzt schon die Bestellungen an info@oliopiceno.de.
Wir nennen unser Degustationsfest „Olio, tartufo e vino“. Denn für einen Unkostenbeitrag von 5 Euro gibt es die verschiedensten Spezialitäten aus den Marken zum Kosten: Trüffel aus den Monti Sibillini in den Abruzzen auf Maccheroncini di Campofilone, das sind hauchzarte Eiernudeln; den Rotwein mit dem schönen Namen „Rosso Bello“ von unserem Nachbar-Weingut „Le Caniette“; die dicken, mit einer Fleischfarce gefüllten und frittierten Olive Ascolane; allerfeinste Linsen aus dem Ort Castelluccio an der Grenze zu Umbrien, unweit von Norcia; den typischen Mürbteigkuchen Crostata mit Feigenmarmelade (von unserem Feigenbaum, hergestellt von Michael); Vino Cotto („gekochter“ Wein = Weinlikör) etc.
Vieles davon kann man auch kaufen. Allen voran natürlich unser Olio Piceno. Im Hinblick auf Weihnachten werden wir etliche Geschenkkörbe mit den „marchegianischen“ Köstlichkeiten anbieten. Wenn es klappt, kommen noch Cantuccini aus unseren Mandeln hinzu sowie selbstgemachter Limoncello. Außerdem werden wir natürlich brandneue Fotos und evtl. auch einen kleinen Film von der aktuellen Olivenernte zeigen.
Zur Vorfreude hier schon einmal ein Foto, wie unsere Oliven derzeit ausschauen:
Wir sind jetzt seit einer Woche wieder zurück aus den Marken und haben unsere Warteliste abgearbeitet. 110 Liter haben wir in drei Edelstahl-Kanistern mitgebracht – 50 sind schon wieder verkauft. Wir freuen uns sehr über die Nachfrage. Klar, Sommerzeit ist Olivenölzeit. Jeder schwärmt von knackigen Salaten und meinem Lieblingsgericht: Mozzarella mit Tomaten und Basilikum in einer herrlichen Tunke aus Aceto Balsamico und Olio Piceno. Schön viel davon, damit man das leckere Gemisch mit frischem Olivenöl auftunken kann.
Besonders freut es uns, wenn unser Kunden erzählen, dass sich ihre fast erwachsenen Kinder in unser Olivenöl verliebt haben! Das Olivenöl, das wir diesmal von Bruno mitgebracht haben ist wieder eine besondere Mischung – aus den Sorten Sargano, Ascolana Tenera und Raggia. Wie immer hat dieses preisgekrönte Bio-Olivenöl die besonderen Qualitätsnoten „amaro e piccante“, d. h. bitter und scharf, gepaart mit einer harmonischen Fruchtigkeit.
Nachdem Bruno unser Öl aus seinen großen Tanks abgefüllt hat, die sofort wieder sauerstofflos verschlossen werden, bekamen wir eine Lehrstunde in Sachen Olivenfliege. Bruno führte uns zu einer gelben Klebefalle in einem seiner jüngeren Bäume und zeigte uns das winzige Biest, das sich so gern in die fleischigen Oliven frisst. Wie ein Arzt schrieb er auf, welches Bio-Mittel wir dagegen kaufen sollten, was wir gleich am nächsten Tag taten. Und siehe da: Heute erreichte uns eine e-mail unseres Nachbarn, der ebenfalls biozertifiziertes Olivenöl erzeugt, dass die Olivenfliege nun tatsächlich die Provinz Ascoli Piceno erreicht habe und es angeraten sei, das Bio-Spray zu verwenden. Diese Behandlung, „il trattamento“, lassen wir nun in unserem Olivenhain machen. Und auch unsere Nachbarbauern tun dies, nachdem wir ihnen eine Flasche des Mittels geschenkt haben. Schließlich wollen wir uns die Ernte von dem lästigen Schädling nicht verderben lassen.
Bruno füllt unter Michaels Augen Olivenöl aus seinen Tanks in unsere Kanister um.
Bruno wiegt unser Olivenöl; dabei sind 0,96 Kilo ein Liter.
Bruno und Michael schleppen 50 Liter Olivenöl in unseren Kofferraum.
Bruno zeigt uns die gelbe Klebefalle für die Olivenfliege, la trappola gialla.
Am 11. Juli tragen die meisten unserer Bäume schon sehr schön.
Giacomo befreit unsere neu gepflanzten Olivenbäumchen vom wuchernden Unkraut.
Ansonsten habe ich in unserer Casa ein neues Obst-Rührkuchenzept mit Olivenöl ausprobiert: Zunächst hielt ich mich an das Rezept und machte den Kuchen mit Butter und Pfirsichen. Dann habe ich mich getraut, das Ganze noch einmal mit Olivenöl und Feigen von unserem Baum zu machen. Dabei nimmt man statt 100 g Butter jeweils 75 ccm Olivenöl. Beim Rühren des cremigen Teigs schmeckte das Olivenöl noch ziemlich hervor. Ich gab die abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone, den Inhalt einer Vanilleschote und etwas Zimt dazu. Aber das wäre gar nicht nötig gewesen. Nach der guten Stunde Backzeit (160 Grad) verschwindet der Olivenölgeschmack vollständig. Der Kuchen wird schön saftig, evtl. etwas fester als mit der Butter. Wer das Rezept komplett haben möchte, kann mir gern eine Mail schicken. Ich versende es dann zuverlässig.
Eine weitere interessante Idee habe ich im aktuellen Slow Food-Magazin entdeckt: Tee aus Olivenblättern. Das probieren wir gleich bei unserem nächsten Besuch in den Marken Anfang September aus. Bis dahin müssen die Olivenöl-Vorräte reichen. Aber wir legen auch gern wieder eine Warteliste an! Also: Wir freuen uns über Bestellungen und wünschen allen Lesern dieses Blogs einen genussreichen Sommer!
Wir sind am 4. Juni wieder nach Bayern zurück gefahren und haben unsere Olivenbäume, die übrigens wie wir so um die 50 Jahre alt sind, in voller Blüte zurückgelassen. Hier ein paar Impressionen:
Heidi im gemähten Olivenhain
Dieser Olivenbaum steht Anfang Juni in voller Blüte.
Blick von unserem Olivenhang über den Pool in die Olivenhänge unserer Nachbarn.
Ob aus diesen schönen Blüten wohl ganz viele Oliven werden?
Im Mai hat es ordentlich geregnet – und dann gibt es so einen herrlichen Regenbogen.
Allerdings sagt die Anzahl der Blüten noch nichts über den möglichen Ertrag aus. Als Beispiel seien hier die fünf Jahre aufgeführt, in denen wir unsere 35 Olivenbäume ernten:
11. November 2008: 1. Ernte der Bäume nach vielen „herrenlosen“ Jahren – 565 Kilo = 76 Liter / 11. November 2009: magere 20 Liter „dank“ Olivenfliege! / 31. Oktober/1. November 2010: 378 Kilo = 58 Liter / 11. Oktober 2011: 244 Kilo = 38 Liter / 26.-28. Oktober 2012: Rekordernte mit 840 Kilo Oliven, die 128 Liter Olivenöl ergaben!
Wer immer da eine Regelmäßigkeit entdecken mag… Auf jeden Fall gibt es bei Olivenbäumen wie bei einigen Obstbäumen das Phänomen der zweijährigen Alternanz, will sagen: Nach einem fetten, folgt ein mageres Jahr.
Vorsorglich haben wir unseren Bruno gefragt, ob er noch Olivenöl für uns in seinen sorgfältig vor Sauerstoff geschützten Kanistern hat. Und er hat! Sein Olivenöl, das wir im Juni verkaufen, ist eine spezielle Mischung, ein Blend, nur für uns kreiert aus den drei Sorten Piantone Mogliano, Raggia und Ascolana. Und da wir am 1. Juli ausverkauft sind, holen wir Nachschub, der ab 16. Juli zur Verfügung stehen wird. Die Warteliste ist schon lang!
Ex-Biologie-Lehrer und Bio-Olivenbauer Bruno und Heidi – natürlich vor einem Olivenbaum
Unser Olivenöl-Vortrag auf Schloss Amerang war sehr gut – und danach freuten wir uns über noch mehr Bestellungen. Diesmal von Freunden und Bekannten, denen wir zu Weihnachten (oder später) Olivenöl geschenkt hatten und die nun Nachschub brauchen. Da freuen wir uns besonders, dass wir nun das bio zertifizierte Olivenöl Extra Vergine von Bruno Amurri aus Petritoli im Angebot haben. Zu verdanken haben wir seine Bekanntschaft unserem Nachbarn Toni Germani, der sich mit Bruno eine Art kollegialen Wettstreit liefert, wessen Öl mehr Preise gewinnt. Zuletzt war er unter den Besten beim 13. Wettbewerb „L`Oro delle Marche“. Und beide können sich rühmen, auch von Slow Food entdeckt worden zu sein.
Bruno Amurri mit einem seiner 650 Olivenbäume
Bruno produziert zudem Bio-Nudeln aus altem Getreide: Saragolla Turchesco Khorosan, das sind Vollkornnudeln, die unserem Kamut entsprechen. Er besitzt auf einem 2,5 Hektar großen Grundstück insgesamt 650 Olivenbäume der Sorten Saragano di Fermo, Ascolana Tenera, Raggia, Coroncina, Carboncella, Mignola und Cornetta. Es ist das teuerste Öl, das wir bisher nach Deutschland mitgebracht haben, aber seine Qualität ist es uns wert! Und natürlich bleiben wir bei unseren Preisen.
Eine Flasche dieses exzellenten Olivenöls wird gerade unter die wissenschaftliche Prüf-Lupe genommen, denn wir hatten kurz vor unserer Abreise in die Marken Besuch eines Lebensmittelkontrolleurs in Erding. Der hat sich unseren Abfüllraum angeschaut, ein paar Tipps dazu parat gehabt und eine Flasche eingeschickt nach Oberschleißheim ins Labor für Fette & Öle. Da werden nun Inhalt und Kennzeichnung auf Herz und Nieren überprüft. Eine versiegelte Gegenprobe bleibt bei uns.
Ende Mai haben wir selbst zehn kleine Olivenbäumchen auf unserem Gelände gepflanzt. Nachdem Tiziano Aleandri bei unserem österlichen Olivenbaum-Schneidekurs einen kranken alten Baum fällen musste, kam uns die Idee, unsere unterhalb des Pools ungenutzte Fläche mit einer Sorte zu bepflanzen, die wir bisher noch nicht haben: Carboncella. Das ist eine feste, kleine Olive, die fast schwarz wird (carbone = Kohle). Sie ist besonders resistent gegen die gefürchtete Olivenfliege und gibt ein hervorragendes Öl. Wir haben anderthalbjährige Pflanzen ganz in unserer Nähe gefunden, die wir eigenhändig eingegraben und mit Regenwasser aus unserem Regenwasser-Tank bewässert haben.
Heidi gießt Mini-Carboncella
Angeblich werden wir die ersten Oliven schon dieses Jahr ernten können, aber richtig tragen werden die Mini-Bäumchen erst in fünf, sechs Jahren. Bis dahin hoffen wir, dass sie bei uns gut gedeihen mögen.
Über Ostern sind wir noch einmal schlauer geworden in Sachen Olivenöl: In unserem Haus in den Marken war Tiziano Aleandri zu Gast und hat acht Olivenöl-Fans das richtige Verkosten und den richtigen Olivenbaum-Schnitt gezeigt. Tiziano ist nämlich stolzer Besitzer der „forbici d`oro“, der goldenen Scheren. Dahinter verbirgt sich ein Meistertitel, der eben die Kunst des Olivenbaumschneidens krönt. Tiziano, der selbst 1.400 Olivenbäume besitzt und daraus köstliches Bio-Öl macht, das vorwiegend englische (!) Kunden kaufen (www.olioaleandri.com), hat diesen Titel mehrfach für die Marken und einmal für ganz Italien errungen.
Olivenbaumschnitt mit Tiziano Aleandri
Wir lernten, dass die Olivenbäume möglichst die Form eines „vaso policonico“ haben sollten, also eines Gefäßes mit mehreren nach oben zeigenden Spitzen, in diesem Fall Ästen. Sinn des Ganzen ist, dass möglichst viel Luft und Licht an die Äste kommt, damit sie viele Früchte tragen. Dazu mussten unsere eher üppig wachsenden Bäume ganz schön radikal beschnitten werden. Teilweise hat das zwar schon immer unser Nachbarbauer gemacht, aber eben nicht fachmännisch, sondern nach alter Tradition: ratzfatz oben ab! Nun ja, nächsten Oktober werden wir sehen, welcher von unseren Bäumen besser trägt.
Wir lernten auch, schon mit der Nase zu erschnuppern, ob das Olivenöl Fehler hat oder rund nach Oliven riecht. Erst nach dem Geruchstest darf die Zunge benetzt werden: vorn schmeckt man die Süße, seitwärts etwas später das Bittere und hinten am Gaumen zum Schluss die Schärfe. Bitterkeit und Schärfe (amaro e piccante) sind absolute Qualitätskriterien. Das mag nun aber nicht jeder. Sonia aus Apulien hatte dazu den ultimativen Tipp: Selbst ihr als Italienerin ist dieses Öl zu scharf. Sie lässt es einfach ein paar Monate stehen, dann wird es mit der Zeit milder – und die Qualität bleibt.
Olivenölverkostung mit Tiziano Aleandri
Die großen Feinde des Olivenöls sind Luft und Licht. Daher muss das Olivenöl immer in einer dunklen Flaschen abgefüllt werden. Sobald diese Flasche angebrochen ist, hat das Olivenöl mehr Kontakt mit Sauerstoff – und verliert eben mit der Zeit seine ursprüngliche Frische und Fruchtigkeit, aber auch seine Bitterkeit und Schärfe.
All dies und noch ein bisschen mehr wollen Michael Konitzer und ich den Besuchern des Gartenfests auf Schloss Amerang bei Wasserburg näher bringen. Wir halten dort am Samstag, 27. April, um 14 Uhr im Lambergsaal einen Vortrag über Olivenöl. Untertitel: Persönliche Erfahrungen von zwei Teilzeit-Italienern. Infos: www.schlossamerang.de. Wir freuen uns auf Sie!
Dass Olivenöl gesund ist, weiß eigentlich jeder. Aber immer noch gibt es die alte Mär, dass man damit zum Beispiel nicht braten soll. Unsinn! So kann man bei der Deutschen Herzstiftung etwa nachlesen, dass „natives Olivenöl extra“, wie unseres, auf jeden Fall auf 180 Grad Celsius erhitzt werden darf. Das reicht für die meisten Zubereitungsarten völlig aus! Außerdem wird hier zum wiederholten Mal bestätigt, dass Olivenöl zum Schutz von Herzerkrankungen geeignet ist. Es wirkt sich nämlich positiv auf die Blutgefäße aus, d. h. der Blutfluss verbessert sich, das gesamte Herz-Kreislauf-System wird gestärkt. Wir verwenden es deshalb fast ausschließlich in unserer Küche.
Erst kürzlich hat mein mit Leidenschaft kochender Mann Michael sogar Eierkuchen, (in Bayern Pfannkuchen, in Österreich Palatschinken, in Frankreich Crêpes), die sonst immer nur mit Butter zubereitet werden, in Olivenöl gebraten. Das Ergebnis: köstlich! Das Olivenöl schmeckt überhaupt nicht vor. Ist ja auch klar, da beim Erhitzen ein Teil der Geschmacksstoffe verloren geht. Deshalb finden wir unser frisches Olivenöl zu schade zum Braten; aber älteres, das mit der Zeit milder wird, ist dafür sehr gut geeignet.
Interessant in diesem Zusammenhang, was Der Spiegel online am 22. 3. 2013 berichtet hat: Olivenöl sättigt besser als andere Fette! Eine Untersuchung an den Universitäten München, Wien und Tübingen hat ergeben, dass Probanden, die Light-Produkte gegessen haben, sogar mehr gegessen und zugenommen haben! Ich habe diesen Wahn mit den Light-Produkten schon immer abgelehnt, ablehnen müssen, weil meine Verdauung da überhaupt nicht mitgespielt hat. Unter anderem sind da künstliche Zucker-Ersatzstoffe drin, die mein Magen-Darm-System regelmäßig zum Rebellieren bringen. Übrigens besteht daraus zum großen Teil auch die so gern in der Gastronomie verwendete Crema di Balsamico – grausam! Unbedingt echten, unverfälschten Balsamico nehmen, wie auch echtes, unverfälschtes Olivenöl. Denn – wie eigentlich immer – kommt es auf die Qualität an. Die Forscher fanden nämlich heraus, dass nur italienisches (!) Olivenöl der bessere Hungerstiller ist. Der Grund: Die beiden darin enthaltenen Aromastoffe Hexanal und E 2-Hexenal sorgen dafür, dass Glukose, also Zucker, langsamer aus dem Blut in die Körperzellen gelangt.
Und noch ein Tipp zum Thema Gesundheit: Seit Jahrzehnten schon praktiziere ich das so genannte Ölziehen. Das beschreibe ich auch in meinem Buch „Mut zur neuen Hüfte!“. Diese Ziehkur ist eine traditionelle Heilmethode aus dem Mittelmeerraum. Das Ölkauen hält nämlich das Zahnfleisch fit. Jeden Morgen nach dem Zähneputzen nehme ich einen knappen Esslöffel Öl in den Mund – früher Sonnenblumenöl, seit einiger Zeit natürlich Olivenöl -, gehe duschen – und schweige! Denn ich bewege das Olivenöl ca. 5-10 Minuten in meinem Mund hin und her, spucke es anschließend aus. Das Ergebnis: Ich habe nie wieder, seit knapp 20 Jahren, eine Paradontose-Behandlung gebraucht, was mein Zahnarzt gar nicht fassen kann! Der Grund: Das Olivenöl bindet Bakterien und Giftstoffe, schwemmt sie aus. Ich bin auch überzeugt, dass ich deswegen so wenig anfällig für Infekte oder Allergien bin.
In Weßling am schönen Ammersee bei München gibt es einen Mann, der seine Passion für Olivenöl zum Wohle des Genusses an diesem wunderbaren Naturprodukt einsetzt: Der ehemalige Werber Dieter Oberg hat die Informationsgemeinschaft Olivenöl gegründet und das Deutsche Olivenöl Panel (DOP) ins Leben gerufen. Auf seiner Website gibt er ausführlich Auskunft zum Thema Olivenöl, und vor allem bietet er einen sensorischen Test an. Acht anonyme Tester in ganz Deutschland testen für 140 Euro ein Olivenöl.
Dieser Test kam auch beim WISO-TV-Beitrag Ende November 2012 zum Einsatz, als gepanschte Olivenöle aufgedeckt wurden. Wir haben unser Olivenöl von einem unserer Kleinbauern dort hingeschickt und bekamen eine ausführliche Expertise, die uns klar machte, dass die traditionelle Steinmühle offensichtlich mehr „Fehler“ produziert als nötig. Das Olivenöl kommt hier nämlich anders als in den modernen Zentrifugen, zu lange mit Sauerstoff in Kontakt, so dass Gärungsprozesse in Gang gesetzt werden. Das beeinträchtigt den Geschmack für den Laien gar nicht, aber der Experte schmeckt eben „fehlerhafte“ Noten heraus. Just dieser Bauer hat schon versprochen, dass er dieses Jahr im November zu „unserem“ Frantoio Marconi in Villa Santi geht, der schon seit Jahren erfolgreich mit einer modernen Zentrifuge arbeitet.
Umso glücklicher waren wir, als Dieter Oberg unserem Olivenöl eines anderen Kleinbauern, nämlich Giovanni Morì, sehr gute Noten erteilte. Hier das Urteil im Wortlaut: „Ein ziemlich süßes Öl (da praktisch keine Bitterkeit), eher mild fruchtig (ca. 3,6) und auch wenig scharf (ca. 1,7). Entweder ist es eine bestimmte milde Sorte, es erscheint mir aber auch in einem eher reifen Zustand geerntet zu sein. Das Öl hat einen Flavour nach reifem Apfel, etwas reife Banane, gekochte Artischocke, und am Gaumen schmecke ich reife Mandelkerne. Die Harmonie wäre so um 6,0.“ Dieser Harmonie-Wert entspricht übrigens Bio-Markenöl!